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Studie: Beschäftigte müssen Urlaub mit viel Vorlauf beantragen

Wenn es um die Vorlauftage für den Urlaubsantrag geht, liegt Deutschland im Vergleich mit neun anderen europäischen Ländern an der Spitze. Im Durchschnitt 75 Tage im Voraus müssen deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Urlaub beantragen. Zum Vergleich: In Spanien sind es nur elf Tage. Das sind die Ergebnisse einer Studie des HR-Dienstleisters SD Worx. Dabei befragte das Unternehmen im März dieses Jahres ungefähr 10.000 europäische Beschäftigte in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, im Vereinigten Königreich, Spanien, Italien, Norwegen, Finnland, Schweden und Deutschland. Die Studie ist repräsentativ für die jeweiligen Arbeitsmärkte. Bei der Beantragung des Urlaubs geht es in Deutschland nicht nur langsam, sondern auch nicht allzu digital zu. Nur die Hälfte der Befragten kann am Laptop Urlaub beantragen.

Bei der Länge der freien Zeit gibt es im Ländervergleich ebenfalls große Unterschiede: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Vereinigten Königreich geben an, achteinhalb Tage Urlaub zu benötigen, um sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. In Spanien hingegen sind es 34 Tage. Deutschland liegt bei 15 benötigten Urlaubstagen. Doch die Befragten nehmen gerne mehr Urlaub als nur 15 Tage: Fast 33 Prozent der deutschen Beschäftigten sind bereit, unbezahlten Urlaub zu nehmen, wenn die Urlaubstage aufgebraucht sind.

Arbeit während des Urlaubs weit verbreitet

Ob bezahlt oder unbezahlt – gut ein Drittel der Befragten in den ausgewählten europäischen Ländern gibt an, auch im Urlaub E-Mails zu checken und arbeitsbezogene Telefonate anzunehmen. Besonders in Norwegen (45 Prozent) ist dieses Verhalten ausgeprägt. In Deutschland sind es  23 Prozent der Befragten, die während ihrer freien Zeit E-Mails oder Telefonate beantworten. Ähnlich verhält es sich damit, sich mental von der Arbeit lösen zu können: In allen untersuchten Ländern haben 30 Prozent des Beschäftigten Probleme, gedanklich abzuschalten. Unter den deutschen Befragten sind es knapp 22 Prozent.

Stefanie Jansen ist Volontärin in der Redaktion der Personalwirtschaft. Dort betreut sie unter anderem die Newsletter und schreibt Artikel zu verschiedenen Themen.