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Wichtigste HR-Themen im Handel während und nach Corona

Kassiererin mit Maske und Plexiglasabtrennung kassiert bei Kunde
Die Corona-Krise stellte den Handel vor verschiedene Herausforderungen, nicht nur den Schutz der Mitarbeiter.
Foto: © Andrey Popov-stock.adobe.com

Fast alle Personalverantwortlichen im Handel ( 90 Prozent) geben an, dass die rasante Entwicklung der Ereignisse zu Beginn der Corona-Pandemie für sie das drängendste Herausforderung war. 70 Prozent nennen ihre Verantwortung als Arbeitgeber als wichtigstes Thema. Für knapp zwei Drittel (65 Prozent) stand die Anpassung von Prozessen stark im Fokus. Dabei ging es vor allem auch darum, dass Mitarbeiter der Verwaltungen plötzlich ins Homeoffice geschickt wurden. Weitere relevante Themen waren die veränderte Kommunikation, verunsicherte Mitarbeiter sowie veränderter Personalbedarf – einerseits Kurzarbeit, andererseits Überlastung von Mitarbeitern.

Außerdem ging es um Krisenstabbildung und darum, nationale oder regional unterschiedliche Vorgaben sowie den Schutz der Mitarbeiter in den Handelsfilialen zu beachten. Das sind Ergebnisse der Studie “Personal im Handel 2020/2021” von > EHI. Dafür wurden 20 Personalverantwortliche aus Handelsunternehmen befragt; 60 Prozent davon gehören zu den Top-Ten-Firmen nach Umsatz in Deutschland. Die Unternehmen kamen zu gleichen Teilen aus vom Lockdown betroffenen und nicht betroffenen Branchen.

Das Feedback des Personals an die Handels-HR zum Umgang mit der Krise fiel bis auf wenige Ausreißer positiv aus. Oft wurden pragmatische Lösungen für unerwartet auftauchende Probleme gefunden,

so Projektleiterin Ulrike Witt zu den Studienergebnissen. In der Krise rückte, so die Erfahrungen der befragten Personalverantwortlichen, auch der Stellenwert von HR verstärkt in den Fokus. So sei die Bedeutung des Personalbereichs als strategischer Partner der Geschäftsleitung in der Krise gestiegen.

Hauptthemen bsís 2022: Digitalisierung, Personalentwicklung und HR-Software

Die Studienteilnehmer wurden auch danach gefragt, welche Themen für sie dieses Jahr und 2022 am wichtigsten sind. An erster Stelle für 80 Prozent der Personaler steht die Digitalisierung, die durch Corona bereits einen Schub bekommen hat. Am zweithäufigsten mit 70 Prozent nannten die Befragten die Personalentwicklung. Das Thema HR-Software kommt mit 50 Prozent auf Platz drei. Es folgen Unternehmenskultur (40 Prozent), Recruiting (35 Prozent) und Führung (30 Prozent). Nachrangigere Themen sind Organisationsentwicklung (25 Prozent), Employer Branding (20 Prozent), Nachfolgemanagement und Mitarbeiterbindung (je zehn Prozent) und Media (fünf Prozent). Was die geplanten Investitionen in diese Bereiche betrifft, so liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der Digitalisierung, gefolgt von der Personalentwicklung und HR-Software.

Flexibles Arbeiten und Kommunikation prägen die Arbeitswelt auch nach Corona

Viele Neuerungen oder Verstärkungen bestehender Trends, die die Arbeitswelt des letzten Jahres geprägt haben, werden nach Ansicht der befragten HR-Experten auch nach der Krise Bestand haben. So gehen zwei Drittel (65 Prozent) davon aus, dass flexibles Arbeiten und digitale Kommunikation weiter erhalten bleiben. Für knapp ein Drittel (30 Prozent) gehört jedoch auch die persönliche Begegnung nach Corona zur Arbeitswelt. Jeweils jeder fünfte Befragte (20 Prozent) denkt, dass E-Learning und Upskilling/Reskilling auch nach der Krise in der Weiterbildung eine Rolle spielen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.