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Wie Unternehmen mit ausrangierten IT-Geräten verfahren

Nach einem Neukauf von Smartphones, Notebooks, Monitoren, Druckern oder anderen Geräten gilt es für Unternehmen zu entscheiden, was mit noch funktionsfähiger Technik geschehen soll. In vielen Fällen werden die ausrangierten Elektrogeräte weggeworfen, doch einige Arbeitgeber nutzen sie auch anderweitig weiter. Wie genau, das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 506 Unternehmen in Deutschland.

„Insbesondere durch den Digitalisierungsschub im Zuge der Corona-Pandemie haben sich viele Unternehmen neue Geräte angeschafft und alte ausrangiert. Die Bereitschaft, funktionsfähige Altgeräte abzugeben, ist hoch“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Werden die Geräte fachgerecht entsorgt?

Die meisten der befragten Arbeitgeber wählen nicht nur einen Weg, wie sie mit ausrangierter Technik umgehen, sondern eine Kombination aus Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung. Wobei die meisten Altgeräte noch weggeschmissen werden. Fast zwei Drittel (63 Prozent) entsorgen sie fachgerecht, während jedes neunte Unternehmen (11 Prozent) sie in den normalen Gewerbeabfall gibt. Eine weitere Möglichkeit, um mit nicht mehr benutzter Technik umzugehen, ist, sie einzulagern. 30 Prozent der Firmen tun dies, um sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nutzen zu können. Die 17 Prozent der Unternehmen, die ihre IT nicht kaufen, sondern ganz oder teilweise leasen, geben sie an die Verleiher zurück.

Ausrangierte Technik spenden oder an Beschäftigte verschenken

Alte Endgeräte können auch für soziale Zwecke genutzt werden. Fast jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) spendet ausrangierte Elektro-Altgeräte an wohltätige Organisationen. Tendenz steigend. Denn die Spendenbereitschaft hat seit 2020 stark zugenommen. Vor zwei Jahren gab noch jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) ausrangierte, funktionstüchtige Geräte beispielsweise an Schulen, Jugendprojekte, Bedürftige oder an Naturschutzorganisationen, welche die Elektrogeräte verkaufen und die Erlöse für Umwelt- oder Nachhaltigkeitsprojekte verwenden. Aber auch der Anteil der Unternehmen, der ausrangierte IT an Mitarbeitende verschenkt, hat sich erhöht und ist in den vergangenen zwei Jahren von 14 auf 20 Prozent angestiegen. Acht Prozent der Unternehmen verkaufen ihrer Belegschaft die Elektrogeräte zu vergünstigten Preisen. Alternativ geben Arbeitgeber die gebrauchte IT gegen Geld an externe Abnehmer oder Dienstleister, welche die Geräte wieder aufbereiten.

Die an Dienstleister verkauften Geräte werden gesäubert und technisch überholt und anschließend wieder verkauft oder verliehen. Die sogenannte Refurbished-IT wird bei den Verbrauchern und Verbraucherinnen immer beliebter: Laut weiteren Bitkom-Umfragen hat ein Achtel der Deutschen (13 Prozent) schon einmal ein solches Gerät erworben, während von den Unternehmen lediglich vier Prozent auf gebrauchte Elektrotechnik setzen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.