CEOs deutscher Unternehmen blicken zuversichtlich in die Zukunft. Trotzdem wollen sie Sparmaßnahmen ergreifen. Davon sind auch Ausbildungsbudgets sowie die Personalplanung betroffen. Einstellungsstopps sehen dabei einige Unternehmen vor – allerdings nicht die Mehrheit.
Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung EY hervor. Im Oktober befragte EY dazu 1200 CEOs weltweit zu Themen wie wirtschaftlichen Aussichten, strategischen Herausforderungen und Künstliche Intelligenz. 100 Führungskräfte aus deutschen Unternehmen nahmen an der Umfrage teil.
Insgesamt ist die Aussicht auf das kommende Jahr positiv. 93 Prozent aller Befragten gaben an, zuversichtlich hinsichtlich ihres Wachstumskurses zu sein. Weltweit und auch in Deutschland gehen mehr als die Hälfte der befragten CEOs davon aus, dass der Umsatz ihres Arbeitgebers 2024 „etwas steigen“ wird. Auf die Frage, welche Faktoren das größte Hindernis für die Maximierung Ihres Umsatzes und ihrer Rentabilität sein werden, liegt weltweit langsames Wirtschaftswachstum in Schlüsselmärkten vorn (22 Prozent). CEOs aus Unternehmen in Deutschland sehen die Unfähigkeit, steigende Kosten weiterzugeben, als größten Faktor (35 Prozent).
Mehr als ein Drittel will Personalbestand reduzieren
Trotz optimistischen Ausblicks auf das nächste Geschäftsjahr planen Unternehmen Maßnahmen gegen wirtschaftliche Engpässe. 38 Prozent gaben an, ihre Talentstrategie hin zu Vertragsarbeitern und -arbeiterinnen oder Stundenkräften zu verlagern. 36 Prozent planen eine Umstrukturierung oder Reduzierung des Personalbestands, 34 Prozent sehen Kürzungen des Budgets für Ausbildung und Entwicklung vor. Einen Einstellungsstopp erwägen rund ein Viertel der befragten CEOs.
Geld wollen Unternehmen zukünftig auch nicht für die KI-Transformation aufbringen. Das könnte zwei Gründe haben: 40 Prozent der befragten deutschen CEOs schätzen sich als erfolgreich im Einsatz von generativer KI ein und sehen sich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. 37 Prozent nehmen noch keinen nennenswerten Nutzen wahr, den sie aus den Investitionen in KI ziehen können und haben KI nur in einigen Unternehmensbereichen vorangetrieben. Fast alle befragten Unternehmen (99 Prozent weltweit, 97 Prozent in Deutschland) geben an, keine größeren Investitionen in KI zu tätigen oder zu planen.
Bei der Umsetzung von KI-Implementationen in die Personalarbeit liegt Deutschland im globalen Vergleich leicht zurück. Weltweit geben etwa 40 Prozent der Konzerne an, Maßnahmen wie das Einstellen neuer Talente mit KI-Fähigkeiten oder das Einrichten einer KI-Taskforce fertiggestellt zu haben, rund die Hälfte arbeitet noch daran. In Deutschland sind die Zahlen im Schnitt wenige Prozentpunkte niedriger.
Angela Heider-Willms verantwortet die Berichterstattung zu den Themen Transformation, Change Management und Leadership. Zudem beschäftigt sie sich mit dem Thema Diversity.

