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Lernen für die Arbeitswelt 4.0

Die Digitalisierung der Arbeitswelt erfordert und fördert auch neue Lernmethoden.
Foto: © Jörg Lantelme/Fotolia.de
Die Digitalisierung der Arbeitswelt erfordert und fördert auch neue Lernmethoden.
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Der digitale Wandel ist in deutschen Unternehmen angekommen – und damit steigt der Weiterbildungsbedarf. Doch wie sieht Weiterbildung 4.0 aus? Eine aktuelle Befragung unter Personalverantwortlichen zeigt, dass es vor allem auf selbstorganisiertes, eigenverantwortliches sowie zeit- und ortsflexibles Lernen ankommt, unterstützt von vielfältigen Medien.

Zwei Drittel der HR-Verantwortlichen hierzulande sagen, dass der technologische Wandel bereits in ihrem Unternehmen angekommen ist. Dadurch wird berufsbegleitendes Lernen immer wichtiger: Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Personaler sind der Ansicht, dass mit der Digitalisierung der Weiterbildungsbedarf steigt. Softwareanwendungen bedienen, in virtuellen Teams kommunizieren, sich fachlich auf dem neuesten Stand halten – das sind nur einige der Kompetenzen, die Mitarbeiter für die digitalisierte Arbeitswelt benötigen.

Eigenverantwortung wird groß geschrieben

Wenn es um die wichtigsten Anforderungen für ein Weiterbildungsangebot 4.0 geht, so stehen aus Sicht der HR-Experten vor allem sechs Aspekte im Vordergrund: Für fast neun von zehn Personalverantwortlichen (87 Prozent) steht selbstorganisiertes und eigenverantwortliches Lernen an erster Stelle, dicht gefolgt von einem Mix aus unterschiedlichen Lernmedien und -methoden (82 Prozent) sowie zeit- und ortsunabhängigem Lernen (81 Prozent). Auf den Plätzen vier bis sechs stehen Learning-on-Demand (75 Prozent), mobiles Lernen (74 Prozent) sowie eine vernetzte Lern-Community (66 Prozent) für den Austausch mit Kollegen.

Nichts geht mehr ohne mobile Technologien

Angesichts der Tendenz zu mobilem Lernen nimmt auch die Bedeutung entsprechender Technologien wie Laptops, Tablets und Smartphones zu. 85 Prozent der HR-Verantwortlichen halten diese für die berufsbegleitende Weiterbildung für wichtig bis äußerst wichtig – im Vorjahr waren es noch 79 Prozent. Das sind Ergebnisse der Studie “Weiterbildungstrends in Deutschland”. Dafür befragte TNS Infratest im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (> SGD) 300 Personalverantwortliche zu unterschiedlichen Themen der beruflichen Weiterbildung.

Lernvideos und Webinare sind die Top-Lernformate

Im Rahmen der Studie wurden die Personaler erstmals danach befragt, wie sie die Bedeutung verschiedener E-Lernmedien und -Formate für die Weiterbildung 4.0 einschätzen. Danach sind Lernvideos und virtuelle Seminare/Webinare für jeweils 73 Prozent der Befragten die Top-Formate. Mit Videos lassen sich Prozesse und Anleitungen visuell darstellen, zum Beispiel die Bedienung von Software-Funktionen oder die Montage eines Bauteils. Virtuelle Seminare mit Chat-Funktionen ermöglichen es, Mitarbeiter an unterschiedlichsten Standorten gleichzeitig und interaktiv zu unterrichten. Zudem können diese auch später noch zeit- und ortsunabhängig online auf das Seminar zugreifen.

Ebenfalls im Trend: WBTs, E-Books, Online-Campus und Lern-Apps

Außerdem sind Web Based Trainings (WBTs), die über das Internet von vielen Nutzern abgerufen werden können, für 68 Prozent der Personaler wichtig bis äußerst wichtig. Weitere 67 Prozent setzen auf E-Books. 66 Prozent halten einen Online-Campus oder eine Online-Community (66 Prozent) für wichtig bis äußerst wichtig und 65 Prozent finden Lern-Apps besonders relevant. Etwas über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) räumt MP3s eine wichtige bis äußerst wichtige Rolle in der Weiterbildung 4.0 ein, 50 Prozent sagen dies über Virtual oder Augmented Reality und 41 Prozent nennen Serious Gaming.

Unverzichtbar: Tutoren als persönliche Lernbegleiter

Trotz aller Technikeuphorie: Mehr als drei Viertel der befragten Personaler (78 Prozent) sind sich einig, dass die Begleitung des Lernprozesses durch einen Tutor wichtig bis äußerst wichtig ist. Hier gibt es allerdings Unterschiede je nach Unternehmensgröße: Während in kleinen Betrieben bis zu neun Mitarbeitern lediglich 67 Prozent der HR-Manager auf die positive Wirkung von Tutoren setzen, sind es in mittleren Unternehmen mit zehn bis 499 Mitarbeitern bereits 85 Prozent und in großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sogar 96 Prozent.