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Candidate Experience: Die Kandidatenerfahrung kann beim Recruiting entscheidend sein

Warten auf eine Reaktion
Immer noch keine Reaktion des Unternehmens auf die Bewerbung? Das kommt bei Kandidaten nicht gut an. Foto: © satura_-stock.adobe.com

Der Bewerbungsprozess wirkt sich auf das Bild aus, das Kandidaten von Unternehmen gewinnen. Damit wirkt er sich auch auf die Arbeitgeberattraktivität aus. Für die Mehrheit der Bewerber spielen die gemachten Erfahrungen eine Rolle dafür, ob sie ein Stellenangebot annahmen oder nicht. Zu diesem Ergebnis kommt > Hogan Assessments nach einer aktuellen Befragung. Daran haben weltweit über 2.000 Menschen teilgenommen, die kürzlich oder noch auf Jobsuche waren.

Bewerbungsprozess beeinflusst Arbeitgeberbild

Vier von zehn der Teilnehmer (41 Prozent) gaben an, dass sich der Bewerbungsprozess deutlich darauf auswirkt, wie sie das einstellende Unternehmen wahrnehmen. Lediglich 6,5 Prozent sagten, dass ihre Bewerbererfahrungen keinen Einfluss darauf haben, ob sie den potenziellen Arbeitgeber positiv sehen oder nicht. Tatsächlich berücksichtigen drei Viertel (75 Prozent) der Befragten ihre Erlebnisse während des Einstellungsverfahrens bei der Entscheidung, ob sie eine Jobzusage machen.

Die Kandidatenerfahrung hat für einstellende Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewonnen und ist ein entscheidender Faktor bei der Gewinnung von Top-Talenten,

kommentiert Ryne Sherman, Chief Science Officer bei Hogan Assessments, die Befragungsergebnisse.

Kandidaten kommt es vor allem auf Fairness an

Und was spielt aus Kandidatensicht für ein positives Bewerbungserlebnis die größte Rolle? Für knapp drei von vier Befragten (73 Prozent) ist es am wichtigsten, dass sie den Bewerbungsprozess als fair empfinden. Nicht punkten können Unternehmen nach Aussage von rund jedem vierten Teilnehmer (26 Prozent) dagegen, wenn sie Stellenangebote und Ablehnungen ohne Feingefühl behandeln. Ebenso viele Befragte nehmen Unternehmen als negativ wahr, die zu langsam auf eine Bewerbung reagieren. Worauf es Kandidaten weniger ankommt, ist der Unterhaltungswert: 60 Prozent legen keinen Wert darauf, dass der Bewerbungsprozess Spaß macht, zum Beispiel bei Assessments. Fast zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, dass herkömmliche Beurteilungen bei diesem Auswahlverfahren gerechter sind als spielbasierte.

Die Antworten der Bewerber legen nahe, dass Unternehmen ihren Recruitingprozess so gestalten sollten, dass die Kandidaten eine positive Bewerbererfahrung mitnehmen und deshalb am Ball bleiben oder bei einer Ablehnung zumindest keinen Anlass haben, dem Arbeitgeberimage durch eine negative Bewertung Schaden zuzufügen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.