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Fachkräftemangel gefährdet Unternehmen

56 Prozent der Mittelständler hierzulande sind uneingeschränkt zufrieden mit der Geschäftslage. Das ist der höchste Wert seit Jahr 2004, nur im Juli 2014 waren genauso viele Unternehmer zufrieden. Auch der Ausblick ist optimistisch: 36 Prozent der Firmen erwarten, dass sich die Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessert. Das sind Ergebnisse des Mittelstandsbarometers von EY (Ernst & Young), für das 3.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt wurden.

Sechs von zehn Mittelständlern können Stellen nicht besetzen

Angesichts der Zuversicht verwundert es nicht, dass knapp ein Drittel (32) der befragten Unternehmen ihr Personal aufbauen wollen. Lediglich elf Prozent planen, die Anzahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Allerdings berichten mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Mittelständler von Problemen bei der Mitarbeitersuche. Jedem fünften fällt es sogar sehr schwer, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Die Folge ist, dass 62 Prozent der Betriebe offene Stellen nicht besetzen können. Laut Studie sind im deutschen Mittelstand derzeit 360.000 Stellen vakant. Besonders der Dienstleistungssektor leidet unter dem Fachkräftemangel, gefolgt vom Bau- und Energiesektor.

Inzwischen betrachten 48 Prozent der Mittelständler den Fachkräftemangel als größte Gefahr für die Entwicklung des Unternehmens. Ebenso viele (49 Prozent) beklagen Umsatzeinbußen wegen fehlender Mitarbeiter.

Flüchtlingszustrom als Chance

55 Prozent der mittelständischen Unternehmen rechnen damit, dass die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge dazu beitragen werden, den Fachkräftemangel zu mildern. 85 Prozent würden Flüchtlingen im eigenen Betrieb einen Job geben; 49 Prozent sind sogar ohne Vorbehalt dazu bereit.

Viele junge und lernwillige Leute kommen nach Deutschland und könnten den Arbeitsmarkt beleben. Es ist jetzt wichtig, die Menschen, die Anspruch auf Asyl haben, schnell in die Gesellschaft und in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren,

betont Peter Englisch, Partner bei EY. Dazu seien allerdings erhebliche Anstrengungen und Investitionen im Bereich der Bildung und Ausbildung nötig.

Größte Hürde: mangelnde Deutschkenntnisse

Als größte Hürde bei der Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt nennen vier von fünf Mittelständler die mangelnden Deutschkenntnisse. Etwa drei von fünf Unternehmen geben die unklare Gesetzeslage während laufender Asylverfahren an und jeder zweite verweist auf die fehlende Planungssicherheit, da beispielsweise die Gefahr der Abschiebung besteht.

Die ausführlichen Befragungsergebnisse des Mittelstandsbarometers gibt es > hier.