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Fast ein Drittel der LGBTQI-ler fühlt sich im Job diskriminiert

Spielfiguren, davon eine in LGBT-Farben
LGBTGI-Menschen bevorzugen ein offenes Arbeitsklima. Foto: © Monster Ztudio-stock.adobe.com

Fast ein Drittel (30 Prozent) von 4300 LGBTQI-Menschen hierzulande gibt an, im Arbeitsleben mit Diskriminierung konfrontiert zu sein. Bei transsexuellen Berufstätigen sagen dies sogar 40 Prozent. Ebenfalls 30 Prozent aller Befragten geben an, dass sie Kollegen gegenüber nicht offen mit ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität umgehen. In Branchen, in denen sie stärker vertreten sind, sieht das etwas anders aus. So arbeiten 23,7 Prozent der Befragten im Gesundheits- und Sozialwesen (von den Heterosexuellen lediglich 16 Prozent) und die Outing-Quote in diesem Bereich liegt fast bei drei Viertel (74,5 Prozent). Im produzierenden Gewerbe und im primären Sektor hingegen (unter anderem Land- und Forstwirtschaft, Bergbau, Energie- und Wasserversorgung) sind nur 17,2 Prozent der LGBTQI-Arbeitnehmer vertreten (im Vergleich zu 28,3 Prozent der Heteros) und dort beträgt der Anteil jener, die sich geoutet haben, nur gut die Hälfte (57,3 Prozent). Die Studienautoren schließen daraus, dass LGBTQI-Menschen in einigen Berufen weniger akzeptiert werden, ihnen dadurch ein Outing erschwert wird und sie sogar bestimmte Branchen meiden, da sie dort mehr Diskriminierung befürchten. Insgesamt haben sich von den Befragten 69 Prozent vor Kollegen geoutet und 60 Prozent vor Vorgesetzten.

LGBTQI-Menschen sind oft höher gebildet und bevorzugen ein offenes Betriebsklima

Die Untersuchung zeigt auch, dass sich der Erwerbsstatus von LGBTQI-Menschen zwar weitestgehend mit dem der restlichen Bevölkerung deckt, es aber deutliche Unterschiede bei der Qualifikation gibt: Der Anteil der Arbeitnehmer mit einer (Fach-)Hochschulreife liegt bei 60 Prozent, während er bei der restlichen Bevölkerung 42 Prozent beträgt. Fragt man LGBTQI-Menschen nach den Erwartungen an ihr Arbeitsumfeld, rangiert ein offenes Betriebsklima ihnen gegenüber weit oben.

Wenn LGBTQI-Menschen bestimmte Branchen und Unternehmen meiden, sie gleichzeitig aber höher gebildet sind, dann sollte allein schon diese Erkenntnis ein Anreiz für Unternehmen sein, ein diskriminierungsarmes Arbeitsumfeld zu schaffen, damit Arbeitsplätze für diese Zielgruppe attraktiver werden,

sagt Studienautorin Lisa de Vries von der Universität Bielefeld. Es sei wichtig, dass sich Unternehmen in Bezug auf die Gleichstellung von LGBTQI-Menschen klar positionieren, zum Beispiel in Stellenausschreibungen, auf der Website, aber auch im Betrieb selbst, schlagen die Autoren vor.

Weitere Informationen zur Studie gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.