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Ausbildungshilfen in der Pandemie

Taschenrechner liegt auf Geldscheinen
Die Bundesregierung stellt zur Ausbildungsförderung 410 Millionen Euro zur Verfügung. Foto: © bluedesign-adobe.stock.com

Die Pandemie macht es vielen Ausbildungsbetrieben schwer. Doch an Ausbildung zu sparen, ist kein guter Rat. “Irgendwann wird die Corona-Krise überwunden sein und die Wirtschaft wieder anziehen. Daher ist es für die Unternehmen wichtig, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen jetzt alle Möglichkeiten für Ausbildung zu nutzen”, sagt Markus Kiss, Referatsleiter Ausbildungspolitik und -projekte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

An Hilfen gibt es einiges. So sichert der Staat finanzielle Unterstützung zu, um zu verhindern, dass Ausbildungsplätze wegbrechen: Das Bundesprogramm “Ausbildungsplätze sichern” fördert kleine und mittelständische Ausbildungsbetriebe mit bis zu 249 Beschäftigten, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen durchführen und trotz der Corona-Krise an ihrem Ausbildungsengagement festhalten wollen.

Bundesprogramm fördert Ausbildung in der Pandemie

Insgesamt 410 Millionen Euro stellt die Bundesregierung zur Verfügung. Die ›1. Förderrichtlinie, welche die Einzelheiten für die ›Antragstellung sowie für die Auszahlung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) festlegen, ist jüngst veröffentlicht worden. Nach dieser Richtlinie erhalten Firmen, die ihr Ausbildungsvolumen im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, eine einmalige Ausbildungsprämie von 2000 Euro für jeden im Jahr 2020/2021 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Die Ausbildung darf dabei frühestens am 1. August 2020 und spätestens am 1. Februar 2021 beginnen. Das Geld wird nach Ende der Probezeit ausgezahlt.

Bieten Unternehmen sogar mehr Ausbildungsplätze an als in den Jahren zuvor, erhalten sie die “Ausbildungsprämie plus” in Höhe von 3000 Euro pro abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Dahinter steht das Ziel der Bundesregierung, nicht nur Ausbildungsplätze zu erhalten, sondern auch zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.

Betriebe, die Auszubildende aus insolventen Unternehmen übernehmen, erhalten eine Übernahmeprämie. Diese wir nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit ausgezahlt und beträgt einmalig 3000 Euro pro aufgenommenen Azubi. Die Förderung ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

Darüber hinaus soll gesichert werden, dass die Ausbildung “normal” verlaufen kann: Wer seine Auszubildenden und die Ausbilder trotz der Belastungen durch die Corona-Krise nicht in Kurzarbeit bringt, kann eine Förderung in Höhe von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung erhalten. Der Zuschuss wird bis Ende des Jahres für jeden Monat gezahlt, in dem der Ausbildungsbetrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent hat.

Interessierte Unternehmen müssen die Förderung bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit beantragen. Die Antragsunterlagen können sie auf einer ›speziellen Site der BA abrufen. Zusätzlich zum Antrag benötigen Sie eine Bescheinigung der zuständigen Stelle für den Ausbildungsberuf. Meist sind das die Kammern, etwa die Industrie- und Handelskammern oder die Handwerkskammern.

IHKs bieten Unterstützung

Die »Industrie- und Handelskammern sind auch ansonsten Ansprechpartner für die Herausforderungen in der Pandemie. Was die Organisation und Durchführung von Bewerbergesprächen betrifft, zum Beispiel, bieten die verschiedenen IHK-Standorte Unterstützung. Die einschlägigen Angebote können auf den jeweiligen Webseiten abgerufen werden. Hier finden sich in der Regel auch Informationen zur Fortführung von Ausbildungen und zum Prüfungs-Prozedere unter Pandemie-Bedingungen. Viele IHKs haben auch eine Hotline eingerichtet.

Zudem kann bei der Industrie- und Handelskammer, aber auch bei der Handwerkskammer sowie bei der Landwirtschaftskammer ein Antrag auf Stundenreduzierung gestellt werden. Seit der Änderung des Berufsbildungsgesetz zum 1. Januar 2020 ist eine duale Teilzeit-Berufsausbildung nämlich jetzt nicht nur für Menschen mit familiären Verpflichtungen, sondern für alle offen. Die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit kann bis zu 50 Prozent reduziert werden.

Last but not least forcieren die Kammern, dass Ausbildungsbetriebe Azubis aus insolventen Unternehmen übernehmen, wo sie ihre Ausbildung fortsetzen und beenden können. Zur Vermittlung nutzen die IHKs ihre gemeinsame »Lehrstellenbörse als Plattform.

Handreichungen zum Arbeitsschutz

Hat ein Unternehmen Azubis eingestellt, muss es sich seiner ›Fürsorgepflicht in der derzeitigen Corona-Krise bewusst sein und diese ernst nehmen. Schließlich trägt der Arbeitgeber die Verantwortung für den betrieblichen Gesundheitsschutz der Mitarbeiter. Er muss über erhöhte Risiken aufklären, die Empfehlungen des »SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der »Berufsgenossenschaften umsetzen und auf deren Einhaltung hinweisen.

Von: Petra Walther

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