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3 Wege für die Integration von Babyboomern in die Hybrid Work

Die Altersstruktur von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verändert sich dramatisch. In Europa wird der Anteil an Babyboomern am Arbeitsmarkt größer sein als je zuvor. Allein zwischen 2010 und 2019 stieg laut Deloitte in Europa die Anzahl der 50+ Arbeitnehmer, um fast ein Drittel.

Immer mehr Arbeitgeber erkennen, wie wichtig die richtige Integration von Babyboomern in ihr Unternehmen ist. Wie können Organisationen die über 55-Jährigen darin unterstützen, sich in einer generationenübergreifenden Belegschaft zu entfalten?

Dieser Beitrag erklärt, was der „Boomer Boom“ für ein Unternehmen bedeuten kann, was über 55-Jährige motiviert und welche drei Maßnahmen dabei helfen, ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich ins Unternehmen zu integrieren.

Drei Maßnahmen für die Einbindung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

1) Flexibilität ermöglichen

Die Arbeitgeber von heute stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Die Great Resignation, hybrides Arbeiten und die Verbesserung des Mitarbeiterengagements werfen schwierige Fragen auf. Um sie zu beantworten, haben viele Unternehmen, bei denen die Unternehmenskultur an erster Stelle steht, erkannt, dass Flexibilität unumgehbar ist.

Echte Flexibilität bedeutet, auf die Unterschiede und Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen. Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen oft mehr Wert auf Zeit mit der Familie. Sie sind auch weniger geneigt, lange Strecken zu pendeln, sodass die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, für sie einen großen Vorteil darstellt.

Auch sehen die berufstätigen über 55-Jährigen in der Arbeit von Zuhause manchmal eine Möglichkeit, ihr Berufsleben zu verlängern und den Ruhestand hinauszuzögern. Daten von LinkedIn zeigen, dass Menschen in dieser Altersgruppe sich mit einer um 15 % höheren Wahrscheinlichkeit um einen Remote Arbeitsplatz bewerben als jüngere Generationen.

Fazit:
Flexible Regeln, die den Lebensstil und die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer berücksichtigen – von der Pflege älterer Menschen bis hin zur Arbeit aus dem Homeoffice – eignen sich dazu, Mitarbeitende im Unternehmen zu halten.

2) Unbewusste Vorurteile entschärfen

Unbewusste Vorurteile sind laut UCSF’s Office of Diversity and Outreach „soziale Stereotypen über bestimmte Personengruppen, die Individuen außerhalb ihres eigenen Bewusstseins bilden“.

Viele unbewusste Vorurteile sind auf Altersdiskriminierung zurückzuführen, zum Beispiel wenn ältere Arbeitnehmende stereotyp als resistent gegen Innovationen oder krankheitsanfälliger eingestuft werden. Oftmals werden ältere Bewerber aufgrund ihres Alters bei Bewerbungen auf eine neue Stelle oder auf eine Beförderung abgelehnt. Laut einer Studie brauchen über 55-Jährige somit im Durchschnitt drei Monate länger als jüngere Menschen, um eine Stelle zu finden.

Die Überwindung unbewusster Vorurteile und Altersdiskriminierung beginnt damit, dass ältere Mitarbeitnde sowohl in die Diversity & Inklusion- als auch in die Personalstrategie einbezogen werden. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Bindung und das Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über 55 Jahren aus, sondern verbessert die gesamte Mitarbeitererfahrung und Kultur am Arbeitsplatz.

Fazit:
Gegen Altersdiskriminierung lassen sich folgende Maßnahmen ergreifen:

  • sowohl klassische als auch digitale Bewerbungsmöglichkeiten anbieten
  • altersunabhängige Fragen vermeiden (Geburtsdatum, Zukunftspläne)
  • ältere Bewerber beim Personalrecruiting miteinbeziehen
  • Audits einführen, um Gleichbehandlung in Bezug auf Gehalt und Leistung sicherzustellen/zu überprüfen

3) Die Rolle älterer Arbeitnehmende innerhalb einer generationenübergreifenden Belegschaft besser nutzen

Erfolgreiche Unternehmen ziehen Vorteile aus einer Vielfalt an Generationen und setzen sie als „Super Power“ ein. Wie lassen sich die Fähigkeiten und das Wissen der über 55-Jährigen nutzen und an die anderen Mitarbeiter im Unternehmen weitergeben?

Wenn demografische Daten vorliegen, ist es sinnvoll, dort anzusetzen. Eine Untersuchung der Altersgruppen und deren Verteilung innerhalb der Abteilungen zeigt, wie lange jedes Team mit älteren Kollegen zusammenarbeitet.

Unterschiedliche Generationen bringen den größten Mehrwert, wenn man sie miteinander verknüpft. Die Idee, die dahintersteckt, ist, die Fähigkeiten der Babyboomer mit denen der jüngeren Arbeitnehmer zu kombinieren. Beispielsweise können sich „Reverse Mentoring-Programme“ positiv auswirken. Die Deutsche Bank ist eine von vielen Institutionen, die ältere Mitarbeiter mit jüngeren zusammenbringt: Millennials und Mentoren der Generation Z führen strukturierte Sessions durch, die den Fokus unter anderem auf neue Technologien und Social-Media-Kenntnisse setzen, um potenzielle Kompetenzlücken zu schließen.

Fazit:
Mitarbeiterbefragungen über die Einstellungen und Erwartungen älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen bei der Planung zielgerichteter Initiativen. Daten belegen, dass sich diese Altersgruppe durch konkrete Fortschritte besonders motivieren lässt. Indem Programme und Initiativen angestoßen werden, die auf bestimmten Meilensteinen, einer regen Beteiligung und ständigem Feedback basieren, können Unternehmen diesem Wunsch gerecht werden.