Blitzumfrage des HDE: 83 Prozent der Unternehmen lehnen Entlastungsprämie ab

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Die Rechnung ging nicht auf. Die 1.000-Euro-Entlastungsprämie sollte Beschäftigte in Krisenzeiten unterstützen – stattdessen sorgt sie für wachsenden Ärger bei denen, die zahlen sollen, den Unternehmen. Nun verlängert die Bundesregierung den Auszahlungszeitraum um weitere sechs Monate. Bis zum 30. Juni 2027 können Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden die steuerfreie Prämie gewähren, ursprünglich war nur das Jahr 2026 vorgesehen. Der Bundestag soll am Mittwoch darüber abstimmen. 

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) kalkuliert durch die Prämie mit Steuermindereinnahmen von 2,8 Milliarden Euro. Möglicherweise ist die Lücke aber noch größer: Durch die Verlängerung könnten mehr Unternehmen die Prämie nutzen. Die tatsächlichen Ausfälle würden damit deutlich höher ausfallen als ursprünglich geplant. 

Entlastungsprämie: Das ist Sache des Staates“ 

Der Widerstand aus der Wirtschaft ist massiv. Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) legt die Dimension der Ablehnung offen: 83 Prozent der befragten Unternehmen sehen die Zahlung als staatliche Aufgabe, nicht als Leistung der Arbeitgeber. Die Umfrage wurde vom 16. bis 20. April 2026 durchgeführt, insgesamt antworteten 436 Handelsunternehmen aus ganz Deutschland. 

HDE-Präsident Alexander von Preen findet deutliche Worte: Es kann nicht sein, dass der Staat den Bürgern Entlastung verspricht und dann Unternehmen auffordert, das zusätzlich zum normalen Lohn aus ihren Budgets zu bezahlen. Das ist schlicht unredlich. Wer anschafft, muss auch zahlen.“ 

Die schwarz-rote Koalition hatte die Prämie als Reaktion auf die Preissteigerungen durch den Iran-Krieg beschlossen. Doch die Finanzierung über Arbeitgeber – gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten – bleibt der zentrale Streitpunkt. 

Rebecca Scheibel ist Redaktionsleiterin Online und verantwortlich für die digitalen Kanäle der Personalwirtschaft.