Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt massiv – und löst erhebliche Befürchtungen über die Sicherheit von Jobs aus, wie die aktuelle EY-Jobstudie zeigt, für die 1.555 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland repräsentativ befragt wurden.
Insbesondere in den höheren Gehaltsklassen sind demnach die Sorgen groß. Bei einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro und mehr fürchtet schon jeder vierte Befragte, dass der Job infolge von KI-Anwendungen in Gefahr sein könnte. Angestellte, die weniger als 40.000 Euro im Jahr verdienen, sind dagegen vergleichsweise entspannt: Von ihnen fürchtet nur jeder achte um seinen Job.
Hälfte der Top-Manager sehen Job in Gefahr
Folgerichtig sind es gerade Menschen in Führungspositionen, die ihren Job in Gefahr sehen: Im Top-Management fürchtet fast jeder zweite, dass die eigenen Fähigkeiten infolge technologischer Entwicklungen nicht mehr benötigt werden. Viel weniger ängstlich sind Angestellte in leitender Stellung, bei denen sich 18 Prozent Sorgen wegen der KI-Revolution machen. Bei angelernten Angestellten sind es rund 15 Prozent und bei den Fachangestellten nur 13 Prozent. Insgesamt, so schreiben die EY-Studienautoren, machen sich mehr Männer Sorgen um die KI-Folgen als Frauen (18 Prozent im Vergleich zu 12 Prozent).
Starke Ängste in der Banken- und Versicherungsbranche
Auch zwischen den Branchen sind die Unterschiede groß: Fast die Hälfte der Angestellten im Banken- und Versicherungswesen befürchtet negative Auswirkungen durch KI. Im Maschinen- und Anlagenbau machen sind rund 25 Prozent der Beschäftigten Sorgen, in der Automobilbranche sind es 22 Prozent und im Handel 16 Prozent. Vergleichsweise unbekümmert im Hinblick auf die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gesundheitsbranche (4 Prozent), der Bauwirtschaft (8 Prozent) sowie der Konsumgüterindustrie (9 Prozent).
Gefragt wurde in der EY-Studie auch, wie sich die Jobprofile infolge von KI verändern. Zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass sich ihr Job verändern wird, in Banken und bei Versicherungen denken rund 40 Prozent, dass die Veränderungen erheblich sein werden. Auch in der Kommunikationsbranche (31 Prozent) und im Maschinen- und Anlagenbau (21 Prozent) erwarten die Beschäftigten Veränderungen.
Arbeitsbelastung und Unsicherheit steigen
Bereits jetzt hat sich durch die Digitalisierung die Arbeitsbelastung bei vielen Beschäftigten erhöht – das sagt rund ein Viertel der Befragten. Besonders in den Bereichen Kommunikation (33 Prozent), Energiewirtschaft (32 Prozent) sowie im Banken- und Versicherungswesen (31 Prozent) hat sich die Arbeitsbelastung nach Angaben der Befragten am stärksten erhöht. Den Veränderungen der Digitalisierung fühlt sich nur eine Minderheit immer gewachsen: Lediglich 26 Prozent gaben zu Protokoll sich sicher in Digitalisierungsthemen zu fühlen, wobei Männer (31 Prozent) deutlich mehr Selbstbewusstsein an den Tag legten als Frauen (23 Prozent).
Die Jobstudie führt EY alle zwei Jahre durch. EY ist eine der großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen mit mehr als 11.000 Mitarbeitende an 20 Standorten.
Christina Petrick-Löhr betreut das Magazinressort Forschung & Lehre sowie die Berichterstattung zur Aus- und Weiterbildung. Zudem ist sie verantwortlich für die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft sowie den Deutschen Personalwirtschaftspreis.

