Die Fronten verhärten sich zunehmend. Während die einen Teilzeit als die Lösung ansehen, um Talente in den Arbeitsmarkt zu integrieren und neue Mitarbeitende in einem sich ausdünnenden Pool an Arbeitskräften zu finden, sind die anderen davon überzeugt, dass Teilzeit den Fachkräftemangel noch verstärkt. Das Angebot von Teilzeitarbeit sorge dafür, dass die aufgrund des demografischen Wandels weniger werdenden Fachkräfte dem Arbeitsmarkt nicht ihr volles und dringend benötigtes Potenzial zur Verfügung stellen.
Die Debatte wurde jüngst unter anderem im Bildungsbereich ausgetragen. „Die Möglichkeiten zur Teilzeit sollen begrenzt werden“, verkündete die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) Anfang des Jahres. Rund 50 Prozent der Lehrkräfte arbeiten derzeit in Teilzeit, jede siebte Lehrkraft ist weniger als 50 Prozent der Stundenanzahl von Vollzeitbeschäftigten tätig. „Hier liegt das größte Potenzial, Ressourcen zu erschließen“, heißt es in der Stellungnahme der SWK. Sie verlangt: „Die Reduktion auf unter 50 Prozent der Arbeitszeit sollte nur aus besonderen Gründen möglich sein.“ Der Vorschlag stieß auf scharfe Kritik. Wenn eine solche Regel eingeführt würde, würde sich nicht nur der Druck auf Lehrerinnen und Lehrer erhöhen, hieß es vonseiten des Verbands Erziehung und Wissenschaft. Manche Lehrkräfte würden gar komplett aus dem Beruf ausscheiden.
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