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Warum Mitarbeitende den Job wechseln

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Laut einer Studie von Randstad von Anfang dieses Jahres war fast ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland wechselwillig: 13 Prozent hatten ihr Vorhaben in den vergangenen sechs Monaten bereits umgesetzt und weitere 18 Prozent planten dies innerhalb des nächsten halben Jahres. Eine weitere Studie des Personaldienstleisters hat die fünf Hauptgründe dafür ermittelt, dass Beschäftigte ihrem Arbeitgeber untreu werden. Für die „Randstad Employer Brand Research (REBR)“ wurden hierzulande 3.842 Beschäftigte und Arbeitsuchende im Alter zwischen 18 und 64 Jahren befragt.

Grund eins: Zu niedriges Gehalt

Auf Platz eins der Motive, dem aktuellen Arbeitgeber den Rücken zu kehren, steht Unzufriedenheit mit der Bezahlung. Vier von zehn Befragten (41 Prozent) geben an, dass sie ihr Unternehmen verlassen würden, um anderswo eine bessere Vergütung zu erzielen. Vor allem die Inflation und die steigenden Lebenshaltungskosten führten dazu, dass sich Menschen nach einer besser bezahlten Stelle umsehen, sagt Eva Maria Sieland, Director Permanent Placement bei Randstad Deutschland. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Eindruck haben, ihr Unternehmen unterstütze sie in diesen Zeiten zu wenig, erwögen sie häufig einen Wechsel. Eine andere Studie des Personaldienstleisters bestätigt, dass sich viele Beschäftigte finanzielle Hilfe seitens des Arbeitgebers wünschen: Jeweils ein Drittel erwartet außerplanmäßige Gehaltserhöhungen (35 Prozent), monatliche Zuschüsse (34 Prozent) oder eine Einmalzahlung (33 Prozent).

Grund zwei: Work Life Balance

Der am zweithäufigsten genannte Grund für einen Wechsel der Arbeitsstelle ist das Bedürfnis nach einer besseren Work Life Balance; immerhin knapp jeder dritte Befragte (32 Prozent) würde deshalb kündigen. Dazu gehört vor allem die Möglichkeit, sich die Arbeit flexibel einteilen zu können. Von den Frauen, die zuhause immer noch den größten Teil der Care-Arbeit erledigen, ist fast jede vierte (24 Prozent) bereit, ihr Unternehmen zu verlassen, wenn die Bedingungen nicht stimmen. Bei den Männern liegt der Anteil bei rund einem Fünftel (19 Prozent); auch bei ihnen legt also ein nicht unbeträchtlicher Teil Wert auf Flexibilität.

Grund drei: Bessere Angebote anderer Unternehmen

Auf dem dritten Rang der Kündigungsmotive von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern steht schlicht das bessere Jobangebot eines anderen Unternehmens. Für ein Viertel (25 Prozent) der Befragten wäre das ein Grund, dem bisherigen Unternehmen nicht treu zu bleiben. Dabei wurde nicht nach den Faktoren und danach gefragt, ob die Beschäftigten grundsätzlich wechselwillig und passiv oder aktiv auf der Suche nach einer anderen Stelle sind. Auf jeden Fall ist dieses Ergebnis eine wichtige Information für Arbeitgeber, die ihr Personal halten oder auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen wollen.

Grund vier: Mangelnde Karrierechancen

Auch wenn das Bedürfnis nach einer guten Vereinbarung von Beruf und Privatleben größer geworden ist, heißt das nicht, dass die Beschäftigten auf gute Karrierechancen verzichten wollen: Etwa jeder vierte Befragte (23 Prozent) gibt mangelnde Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten als Kündigungsmotiv an. Immerhin beeinflussen Karrierechancen auch die Höhe des Gehalts.

Grund fünf: Lange Pendelzeiten

Wechselmotiv Nummer fünf ist der Arbeitsweg: Ebenfalls knapp ein Viertel der Beschäftigten (23 Prozent) würde sich wegen zu langer Pendelzeiten einen neuen Job suchen. Gerade weil die Work Life Balance für Beschäftigte immer wichtiger wird, leuchtet dieser Grund ein und auch die Anfahrtskosten könnten eine Rolle spielen.
Eine andere aktuelle Befragung (interner Link) kam zu ähnlichen Ergebnissen wie diese Studie; danach zählen Unzufriedenheit mit dem Gehalt, der Flexibilität und damit auch Work Life Balance sowie den Karrierechancen zu den Hauptgründen, sich einen neuen Job zu suchen. Um für Fachkräfte attraktiv zu sein und zu bleiben, gilt es für Unternehmen, die Anforderungen der Beschäftigten zu berücksichtigen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung zu ergreifen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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