Deutschland benötigt jährlich 1,5 Millionen Zuwanderer. Zu diesem Schluss kommt die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Dabei sei die genannte Zahl ein Bruttowert, den es brauche, um die Zahl der Beschäftigten aufrechtzuerhalten. Denn dafür würden nach Abzug der Abwandernden netto 400.000 Zuwanderer jährlich benötigt.
Deutschland braucht eine Willkommenskultur
Um mehr Menschen zum Einwandern und Bleiben zu bewegen, seien jedoch viele Anpassungen etwa in den bürokratischen Abläufen nötig. Ausländerämter müssten serviceorientierter arbeiten und Beschäftigte auch hier englisch sprechen, um sich mit Zuwanderern besser verständigen zu können. Diese Punkte seien im neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz noch nicht enthalten – auch wenn die neuen Regelungen in die richtige Richtung gingen. Insgesamt brauche Deutschland eine Willkommenskultur.
Laut Schnitzer muss die Bundesrepublik auch mehr in die Bildung von Kindern investieren, um dem Fach- und Arbeitskräftemangel zu begegnen. Es sei ein Armutszeugnis, dass jeder vierte Viertklässler oder jede vierte Viertklässlerin nicht richtig lesen könne. Außerdem hinke Deutschland in puncto Digitalisierung hinterher.
Frühzeitigen Renteneintritt vermeiden
Auch die Unternehmen spielen für die Ökonomin eine wichtige Rolle, um den Arbeitskräftemangel zu lindern und so zur Wohlstandssicherung beizutragen. Firmen müssten Anreize schaffen, um Beschäftigte länger zu halten und zu verhindern, dass sie vorzeitig in Rente gingen.
Tim Stakenborg war bis Sommer 2024 Redakteur bei der Personalwirtschaft.

