Studie: Kompetenz- und Karriereentwicklung ausbaufähig

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Weltweit wünschen sich Beschäftigte von ihren Unternehmen mehr Entwicklungsmöglichkeiten, denn die derzeitigen Talentprogramme reichen ihrer Meinung nach nicht aus. Vier von zehn Arbeitnehmenden (41 Prozent) glauben nicht, dass sie über das verfügen, was sie zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten am Arbeitsplatz benötigen. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) möchten zusätzliche Lerninhalte und fast ebenso viele (62 Prozent) hätten gern mehr Coaching und Mentoring. 59 Prozent sind sogar extern auf der Suche nach mehr Karriereberatung. Das sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag von Cornerstone, Anbieter im Bereich Learning und Talent Experience Solutions. Für den „Talent Health Index 2023“ wurden 701 Führungskräfte mit Talent- und Geschäftsverantwortung sowie 1.453 Mitarbeitende in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum befragt.

In Deutschland sieht es ähnlich aus wie weltweit. So findet fast die Hälfte der Mitarbeitenden (46 Prozent), dass die Weiterbildungsmaßnahmen ihres Unternehmens mit Bezug auf die Zukunft nicht ausreichend sind. Zwischen deren Wahrnehmung und der des Arbeitgebers besteht allerdings eine große Diskrepanz: Von den Unternehmen sehen 90 Prozent den Bedarf der Belegschaft an die Entwicklung künftiger Kompetenzen gedeckt. Eine Kluft in der Einschätzung zeigt sich auch darin, dass von den Beschäftigten 64 Prozent denken, ihr Unternehmen verfüge über die notwendigen Ressourcen für die Weiterentwicklung im Job, während auf Arbeitgeberseite 87 Prozent dieser Ansicht sind.

Die befragten Mitarbeitenden sollten sich auch dazu äußern, was sie im Hinblick auf ihre berufliche Kompetenz- und Karriereentwicklung erwarten. Mit 93 Prozent wünschen sich die meisten die Möglichkeit zur einfachen und individuellen Nutzung von Talentprogrammen. Außerdem würden es 85 Prozent schätzen, wenn die Lösungen ihr berufliches Wachstum unterstützen, und für 83 Prozent wäre es attraktiv, Lerninhalte nach Interesse auswählen zu können.

Optimierungspotenziale beim Talent Management

Angesichts dieser Ergebnisse besteht laut Befragung erheblicher Spielraum für Verbesserungen der Talentprogramme. Die Studie geht von vier verschiedenen Reifegraden der Programme aus: grundlegend, administrativ, anspruchsvoll und transformativ. Danach liegt der gegenwärtige durchschnittliche Talent-Health-Index-Wert international 88,1 von 112 Punkten und fällt in die Kategorie „administrativ“. Das bedeutet, dass die Unternehmen die Grundlagen beherrschen und mit der Umsetzung neuer Innovationen im Talentbereich beginnen. Hierzulande liegt der Wert bei 86,9, damit gehört auch Deutschland in diese Kategorie.

Nur zwei Prozent der Unternehmen weltweit erhielten die volle Punktzahl und werden als transformativ bezeichnet. Diese Firmen haben laut der Definition von Cornerstone Talentprogramme entwickelt, die eine hochgradig selbstbestimmte Lernkultur fördern, und eine gemeinsame Sprache für Skills im gesamten Unternehmen etabliert. Auch haben sie Kompetenzen identifiziert, analysiert und setzen sie gezielt ein, um die Personalplanung zu unterstützen und strategische Geschäftsentscheidungen zu treffen. Bei diesen Arbeitgebern wird HR als strategischer Partner geschätzt.

In Deutschland noch viel ungenutztes Potenzial

Zudem bewertet die Studie Unternehmen mit modernen Technologien und automatisierten datenbasierten Prozessen im Talent Management besser als andere. In Deutschland böte neben der Automatisierung vor allem der Aufbau einer soliden Lernstrategie noch viel ungenutztes Potenzial, heißt es. Auf jeden Fall bestehe Handlungsbedarf für Unternehmen, stärker in eine ganzheitliche Talentstrategie zu investieren, um die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden zu entwickeln und den Veränderungen in der Arbeitswelt anzupassen.

Der vollständige Report steht hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.