„Stellen Sie sich vor, Ihr Körper ist im Überlebenskampf, obwohl es keine unmittelbare konkrete Gefahr gibt. Adrenalin pulsiert durch die Adern, Sie können nur schwer atmen, fangen an zu schwitzen. Ihr Herz rast, Sie zittern, und Ihnen wird schwindelig. Jegliches rationale Denken entgleitet Ihnen. Sie glauben, Sie haben einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, und Sie wollen sich einfach nur in Sicherheit bringen.“
So beschreibt Laura Koch ihre Panikattacken. Die 35-Jährige ist selbstständig und betreut die Online-Selbsthilfegruppen, Webinare und Online-Workshops der Deutschen Angst-Hilfe (DASH) – einem Verein, der sich für Menschen mit Angststörungen einsetzt. Koch hat seit ihrem Studium Panikattacken. Ihre Angststörung steigerte sich nochmal, nachdem sie aufgrund eines diabetischen Schocks ins Koma fiel. Danach schaffte sie es vorerst nicht mehr, in Präsenz zu arbeiten, und ging in die Selbstständigkeit, weil ihr kein Arbeitgeber Remote-Arbeit ermöglichte. „Angst wird in der Arbeitswelt totgeschwiegen“, sagt Koch. „Es gibt viele Menschen mit Angststörungen, die gerne arbeiten würden, es aber unter den gegebenen Arbeitsumständen nicht können.“
Häufig sind dies Menschen, deren Potenzial für den Arbeitsmarkt gebraucht wird. Und deren Angst sie laut Koch auch zu High-Performern machen kann. Sie seien meist empathisch, detailverliebt, verlässlich, würden alles mehrfach kontrollieren und damit qualitativ hochwertige Arbeit leisten. Gleichzeitig sind viele Top-Performer von Angststörungen betroffen, welche ebenfalls durch eine Unterstützung des Arbeitgebers einen noch größeren Wertbeitrag leisten könnten.
Zugang wählen und weiterlesen:
- Voller Zugriff auf alle digitalen Inhalte
- Im Gratismonat jederzeit kündbar, danach 175,- € im Jahresabo
- Best Value: 42% Ersparnis
- Voller Zugriff auf alle digitalen Inhalte
- 25,- € im Monatsabo
- Jederzeit monatlich kündbar
