Caroline Schlienkamp: „KI wertet Arbeit auf – wenn Menschen mit ihr wachsen“

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Personalwirtschaft: Frau Schlienkamp, wo steht die HDI Group aktuell bezüglich der KI-Transformation?
Caroline Schlienkamp: Die HDI Group setzt KI in verschiedenen Bereichen ein – vom Underwriting (Risikobewertung, Anm. d. Red.) und Kundenservice bis zur Schadenbearbeitung, aber auch in zentralen Funktionen wie Legal oder Einkauf. Wir transformieren unser Geschäft entlang unserer GenAI-Strategie „Show-up – Skill-up – Scale-up“, um die besten Ideen sichtbar zu machen, Menschen zur Nutzung von KI zu befähigen und erfolgreiche Anwendungen zu skalieren. Unser Anspruch ist, dass unsere Mitarbeitenden KI selbstverständlich und sicher im eigenen Arbeitsalltag nutzen.

Wie genau bringt sich die Personalabteilung in die KI-Transformation bei der HDI Group ein?
Für mich beginnt eine erfolgreiche KI-Transformation bei den Menschen. Die beste Technologie nützt uns wenig, wenn wir nicht wissen, wie wir sie sinnvoll einsetzen. KI wertet Arbeit auf – wenn Menschen mit ihr wachsen. Unser People-&-Culture-Bereich versteht sich als Enabler: Wir schaffen offene Lernangebote und ermutigen unsere Kolleginnen und Kollegen, KI auszuprobieren und sich dazu untereinander auszutauschen. Dafür gibt es bei uns eine Vielfalt an Formaten und Initiativen wie Lerntage, Online-Schulungen oder auch unsere Copilot Champions. Bei den Copilot Champions handelt es sich um mehr als 430 Menschen aus dem gesamten Konzern – das sind Mitarbeitende wie auch Führungskräfte –, die Copilot-Knowhow, etwa Tipps zu Schulungen, Prompts, Agenten et cetera, in ihre Abteilungen bringen und so die Nutzung des Tools stärken und Hürden beim Einsatz von KI abbauen.

Auf welche Herausforderungen sind Sie hierbei gestoßen?
Die größte Herausforderung ist aus meiner Sicht nicht die Technik, sondern die unterschiedliche Geschwindigkeit, mit der Menschen Veränderungen annehmen. Manche legen sofort los, andere fragen sich erst einmal, was KI für ihren Arbeitsplatz bedeutet.

Wie gehen Sie mit dieser Herausforderung um?
Wir setzen auf Transparenz und zielgruppengerechte Qualifizierung. Und das funktioniert recht gut. Ich freue mich darüber, mit wie viel Offenheit und Neugier KI bereits heute in vielen Bereichen eingesetzt wird. Und darüber, dass wir immer mehr erleben, wie KI Routinetätigkeiten erleichtert und Freiraum für wertschöpfendere Arbeit schafft.

Welche Fehler macht HR Ihrer Beobachtung nach bei der KI-Transformation in vielen Unternehmen?
Ich halte es für einen Fehler, nur über Technologie zu sprechen und dabei die Menschen außer Acht zu lassen. Es sind die Menschen, die eine erfolgreiche Transformation gestalten und mittragen. KI ist somit kein reines IT-Thema, sondern ein gemeinsames Lernprojekt. KI-Transformation gelingt dann, wenn wir Menschen befähigen, statt ihnen KI einfach „verordnen“ zu wollen, und wenn wir konkrete Anwendungsfälle zeigen, statt abstrakte Zukunftsbilder zu malen. HR sollte nicht nur Regeln definieren, sondern Lernräume schaffen und eine offene, experimentierfreudige Unternehmenskultur unterstützen.

Worauf freuen Sie sich beim HR Summit am meisten?
Am meisten freue ich mich auf die Gespräche mit Menschen, die sich genauso intensiv mit der Zukunft der Arbeit beschäftigen wie wir. Gerade bezüglich KI gibt es noch keine fertigen Antworten, aber viele spannende Erfahrungen, von denen wir gegenseitig lernen können. Ich nehme von solchen Veranstaltungen regelmäßig gute Ideen mit nach Hause. Und manchmal auch die eine oder andere Frage, die mein bisheriges Denkmuster infrage stellt.

Info

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking.