Deutsche Bahn-Personalvorstand: „Wir befinden uns im Wandel – das hat Auswirkungen auf die Personalarbeit“

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Personalwirtschaft: Herr Seiler, seit Oktober 2025 ist Evelyn Palla Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn (DB) und hat einen großflächigen Umbau des Unternehmens angekündigt. Inwieweit hat sich die Personalarbeit der DB durch den Vorstandswechsel verändert?
Martin Seiler: Die Deutsche Bahn befindet sich im Wandel – das hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere Personalarbeit. Diese richten wir konsequent auf den Umbau und die Leistungsfähigkeit der DB aus. HR soll dabei Orientierung geben, Entscheidungen ermöglichen und Umsetzung beschleunigen. Dafür verlagern wir Verantwortung stärker ins Geschäft und vereinfachen Prozesse. Unser Anspruch ist klar: weniger Verwaltung, mehr Wirkung. Unser Erfolg als HR bemisst sich daran, wie wir zur Wettbewerbsfähigkeit und zum Unternehmenserfolg beitragen.

Können Sie genauer sagen, was sich konkret bei der Deutschen Bahn ändert?
Der DB-Konzern durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Umbau. Wir verschlanken Strukturen, stärken die Geschäftsfelder und richten alles konsequent an unseren Kundinnen und Kunden aus. Gleichzeitig verändern KI und Digitalisierung, Demografie und Fachkräftemangel unsere Arbeitswelt grundlegend.

Was braucht es, damit diese Transformationen gelingen?
Um mit den Veränderungen umgehen zu können, brauchen wir klare Ziele, starke Führung und Mitarbeitende, die den Wandel aktiv mitgestalten.

Bei umfassenden Transformationen stößt man immer wieder auf Probleme und Stolpersteine. Was sind die größten Herausforderungen, die Ihnen bisher bei den genannten Veränderungen begegnet sind?
Wir müssen mehrere große Veränderungen gleichzeitig bewältigen: Während wir Strukturen umbauen, Personal – insbesondere in der Verwaltung – abbauen und Verantwortung neu verteilen, müssen wir jedes Jahr rund 20.000 neue Mitarbeitende für das operative Geschäft gewinnen. Denn darum geht es: den Fokus auf unserem Kerngeschäft zu haben. Für viele Mitarbeitende bedeutet dies berufliche Veränderungen und teilweise auch persönliche Neuorientierung. Hinzu kommt die Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Das verändert viele Berufsbilder, für die wir die Kompetenzen unseres Personals kontinuierlich weiterentwickeln müssen.

Wie wollen Sie diese Herausforderungen meistern?
Der Schlüssel liegt in einer Personalarbeit, die Transformation nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet. Hierfür setzen wir auf Leistungsfähigkeit und Innovation durch den gezielten Einsatz von KI. Wir investieren zudem massiv in Qualifizierung und den Aufbau geschäftskritischer Kompetenzen. Außerdem richten wir Führung konsequent auf Ergebnisverantwortung und Umsetzungskraft aus. Und wir fördern eine Kultur, die Leistung, Lernen und Offenheit miteinander verbindet. Natürlich gestalten wir den Wandel eng mit unseren Sozialpartnern. Wir begleiten Mitarbeitende aktiv durch den Umbau und schaffen neue Chancen dort, wo sich Aufgaben und Anforderungen verändern. So verbinden wir wirtschaftliche Notwendigkeit mit sozialer Verantwortung.

Mehr zum Thema werden Sie in Ihrer Keynote beim diesjährigen Deutschen Human Resources Summit erzählen. Worauf freuen Sie sich am meisten beim HR Summit?
Ich freue mich auf den Austausch mit anderen Unternehmen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Themen wie KI, Fachkräftesicherung und Transformation beschäftigen heute nahezu jede Organisation. Mich interessieren besonders erfolgreiche Ansätze, die Veränderung und Leistungsfähigkeit miteinander verbinden. Von guten Ideen und unterschiedlichen Perspektiven können wir alle profitieren.

Info

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking.