BMW streicht weltweit 8.000 Stellen – die meisten in Deutschland

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Der Münchener Automobilkonzern BMW plant einen massiven Stellenabbau: Weltweit sollen rund 8.000 Arbeitsplätze wegfallen. Das wären rund fünf Prozent der aktuell etwa 154.000 Mitarbeitenden von BMW weltweit. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Auf Deutschland mit rund 90.000 Beschäftigten soll mehr als die Hälfte des Abbaus entfallen.

BMW selbst hat sich bislang nicht offiziell zu den Plänen geäußert. Am heutigen Mittwochvormittag spricht der neue Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Milan Nedeljković, zu den Mitarbeitenden.

BMW als letzter großer Autobauer – ein Strukturwandel trifft die gesamte Branche

Mit der Ankündigung reiht sich BMW in eine branchenweite Konsolidierungswelle der Autobranche ein. Volkswagen, Mercedes-Benz, Audi und Porsche hatten in den vergangenen Monaten und Jahren bereits eigene Restrukturierungsprogramme gestartet. BMW galt bis dato als letzter der großen deutschen Automobilhersteller ohne ein vergleichbares Abbauprogramm. Es wäre für BMW das größte Abbauprogramm seit der Finanzmarktkrise 2008.

Hintergrund sind strukturelle Herausforderungen, die die gesamte Automobilindustrie treffen: der teure Umbau zur Elektromobilität, schwächelnde Absatzmärkte – insbesondere in China – sowie ein wachsender Wettbewerbsdruck durch asiatische Hersteller. Der Konzern hatte bereits in den vergangenen Quartalen mit rückläufigen Gewinnen und Absatzproblemen zu kämpfen.

Wie soll abgebaut werden? Freiwillig statt Entlassungen

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll der Stellenabbau überwiegend über natürliche Fluktuation erfolgen – also dadurch, dass ausscheidende Mitarbeitende nicht ersetzt werden. Ergänzend ist für Beschäftigte in Deutschland ein freiwilliges Abfindungsprogramm vorgesehen. Zu etwaigen betriebsbedingten Kündigungen liegen bislang keine Informationen vor. Der Stellenabbau konzentriert sich auf den sogenannten indirekten Bereich: Verwaltung, Forschung, Entwicklung, Planung, Management. Mitarbeitende am Band sind davon ausgenommen.

Den Stellenabbau möchte der BMW-Vorstand Ende 2027 abschließen – jedenfalls soll das Freiwilligenprogramm bis Ende des nächsten Jahres laufen, wie unter anderem der Spiegel berichtet. Inwiefern die angestrebte Zahl an Stellenreduzierung dann erreicht ist, wird sich zeigen.

Stellenabbau ohne Personalvorständin Ilka Horstmeier

Erst vor Kurzem gab der Autobauer bekannt, dass die langjährige Personalvorständin Ilka Horstmeier das Unternehmen verlässt. Sie war insgesamt 31 Jahre bei BMW und hat den Sparplan laut Handelsblatt noch mit ausgearbeitet und verhandelt. Zum 1. September wird Dorothea Boxberg im Vorstand den Bereich Arbeit und Immobilien leiten und als Arbeitsdirektorin fungieren. Ausgewiesene HR-Erfahrung bringt sie nicht mit, dafür aber Transformations- und Finanzexpertise.

Gesine Wagner betreut als Chefin vom Dienst Online die digitalen Kanäle der Personalwirtschaft und ist als Redakteurin hauptverantwortlich für die Themen Arbeitsrecht, Politik und Regulatorik. Sie ist weiterhin Ansprechpartnerin für alles, was mit HR-Start-ups zu tun hat. Zudem verantwortet sie das CHRO Panel.