Studie zu Kündigungskosten: So wären Restrukturierungen günstiger

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Die Bundesregierung will den Kündigungsschutz für Spitzenverdiener gegen Abfindung lockern. Dies beträfe allerdings nur Beschäftigte mit einem Jahreseinkommen mit knapp 180.000 Euro brutto, also nur rund zwei Prozent der Vollzeitbeschäftigten. Ob Unternehmen dadurch wirklich leichter eine Transformation oder Restrukturierung bewältigen können, ist fraglich. 

Ökonomen Yann Coatanlem. Foto: privat

Eine neue Studie des Ökonomen Yann Coatanlem beschreibt nun, an welchen Stellen Restrukturierungen in Deutschland besonders teuer sind und mit welchen gesetzlichen Änderungen sich diese Kosten senken ließen. Dabei geht es nicht nur um Abfindungen, sondern auch um Kündigungsfristen, Betriebsratsverfahren, die staatliche Mitfinanzierung von Transfergesellschaften, Altersteilzeit und Vorruhestand. Die Studie erscheint im Herbst beim Ifo-Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. (die Abkürzung ifo steht für Information und Forschung) und liegt der Personalwirtschaft vor. Das Handelsblatt berichtete zuerst darüber.

Im Mittelpunkt der Studie steht die These, dass die Kosten für Kündigungen im Kontext von Restrukturierungen für Unternehmen hoch sind und dies Innovation einschränkt. Coatanlem, der Forscher und Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Datacore Innovations ist sowie an der italienischen Bocconi-Universität arbeitet, verknüpft diese Kosten mit der Frage, wie leicht Unternehmen Beschäftigte und Ressourcen bei wirtschaftlichen Neuausrichtungen neu zuordnen können. 

Das kostet eine Kündigung 

Für die Studie wertete Coatanlem 55 größere Restrukturierungsprogramme in Deutschland aus den Jahren 2008 bis 2025 aus – darunter Audi, VW, Infineon, Robert Bosch, ZF, Thyssengroup, um nur ein paar zu nennen. Erfasst wurden rund 150.000 dokumentierte Austritte aus mehreren Branchen. Die Kosten drückt der Autor in einem Faktor aus: Restrukturierungskosten pro bezahltem Austritt, geteilt durch das durchschnittliche Jahresgehalt der betroffenen Kohorte. 

Die zentralen Kennzahlen der Studie: 

  • Median: 2,29 
  • Mittelwert: 2,49 

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