Kennst Du, äh: kennen Sie noch den Loriot-Sketch von Herrn Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner aus den 1970er-Jahren? Beide Herren sitzen einander in einer Hotelbadewanne gegenüber. Und dabei streiten sie – wie man heute sagen würde: passiv-aggressiv, aber höchst formvollendet – um ein Quietscheentchen. Selbstredend sind sie dabei per Sie – wie es halt damals so war.
Die Badewanne hat natürlich nach wie vor Seltenheitswert im deutschen Berufsleben – aber das Sie wird auch immer mehr zum Exoten. Ich erlebe immer mehr Führungskräfte, Teams und Organisationen, die per Du sind, auch in traditionellen Siez-Kulturen wie Banken, Versicherungen und Kliniken. Meine Vermutung: Die Pandemie, die „Zoom-Callisierung“ der Kommunikation („this is Paula from our UK office and this is Dr. Schröder-Neumann – äh: Tina from our Berlin Headquarter“) und die Gewohnheiten der Generation Z auf den und jenseits der sozialen Medien verbannen das Sie mehr und mehr auf den Müllhaufen der Arbeitsgeschichte.
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