HR besucht: So war es auf der Zukunft Personal Europe 2023

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Mehr Aussteller, mehr Bühnenprogramm und mehr Besucher als im Vorjahr: Rein zahlenmäßig dürfte es zumindest aus Sicht des Messeveranstalters CloserStill Media eine sehr erfolgreiche Zukunft Personal Europe (ZPE) gewesen sein. Ob das auch für jeden einzelnen Aussteller und jede Besucherin auf dem Messegelände in Köln gilt, wird sich noch zeigen müssen. Die ersten Rückmeldungen in den sozialen Netzwerken sind von der Tendenz her aber ausgesprochen positiv – auch wenn von manchen eine hohe Präsenz von Dienstleistern und ein demgegenüber vergleichsweise niedriger Anteil an seniorigen HR-Profis moniert wurde.

Vor allem der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, Marktbegleitern, alten und neuen Kontakten stand demnach für die meisten im Vordergrund. Dennoch war es bei einigen der insgesamt 750 Sessions, Vorträge und Diskussionen auf 20 Bühnen manchmal schwierig, noch einen Platz zu ergattern, was für das Programm spricht. Noch schwieriger war es mitunter jedoch, von diesem Platz aus auch dem Geschehen auf der jeweiligen Stage zu folgen. Denn die Akustik ließ mancherorts leider zu wünschen übrig, insbesondere in Fällen, wo an benachbarten Ständen gerade ebenfalls etwas präsentiert wurde oder Musik lief.

KI, Fachkräftemangel, Arbeitszeiterfassung

Thematisch lag der Fokus sowohl beim Programm als auch in vielen Gesprächen klar auf dem Thema KI. Gefühlt jeder HR-Tech-Anbieter – ob Start-up oder etabliertes Unternehmen – arbeitet gerade an einer Lösung mit zumindest behaupteter KI-Power; die ersten Bewerbungen, bei denen sich eine Künstlicher Intelligenz im Namen eines Bewerbers auf eine mit ChatGPT erstellte Stellenanzeige bewirbt und von einer dritten KI ausgewählt wird, scheinen insofern nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Auch andere große Themen und Trends der HR-Branche wurden natürlich ausgiebig behandelt. In der Halle 4.1 etwa versprachen zahlreiche Dienstleister, für ihre Kunden den Fachkräftemangel zu lösen, insbesondere im Blue-Collar-Bereich. Eine Halle weiter oben ging es unter anderem um das Thema Arbeitszeiterfassung, während in der dritten Halle nebenan die Themen Weiterbildung und BGM im Mittelpunkt standen, aber auch die Start-ups und die Employer-Branding-Stage zu finden waren.

Am meisten Andrang herrschte aber bei den Recruiting-Themen, hier war zeitweise an manchen Stellen kaum ein Durchkommen auf den Gängen. Ob das an dem besseren Stand-Catering, dem besseren Programm oder schlicht am tendenziell höheren Kommunikationsbedarf zahlreicher Menschen aus der Recruiting-Szene liegt, sei einmal dahingestellt. Leer war es jedenfalls – zumindest an den beiden ersten Tagen – nur selten.

„Wir besetzen ein Thema, das von außerordentlicher Wichtigkeit ist – in den Unternehmen selbst, aber auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht“, hatte CloserStill-Geschäftsführerin Astrid Jaeger zu Beginn der Messe gesagt. Dem ist beizupflichten. Wenn aber das Thema HR ein so wichtiges ist, wieso schafft es die Messe nicht, mehr Strahlkraft über die HR-Szene hinaus zu bekommen? Oder wie es der HR-PR-Dienstleister Sascha Theisen bei LinkedIn formulierte: „Warum der Kanzler die nicht eröffnet, verstehe ich nach wie vor einfach nicht.“

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Matthias Schmidt-Stein war bis Oktober 2025 Redaktionsleiter Online der Personalwirtschaft und leitete gemeinsam mit Catrin Behlau die HR-Redaktionen bei F.A.Z. Business Media. Thematisch beschäftigte er sich insbesondere mit den Themen Recruiting und Employer Branding.