Simon Jäger verlässt das IZA

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Professor Simon Jäger legt zum Jahresende seine Tätigkeit als Geschäftsführer des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) nieder. Hintergrund ist die Wiedereingliederung des erst 2015 aus dem IZA ausgelagerten Forschungszweiges des „Institute on Behavior & Inequality“ (briq). Beide Institute werden bislang durch die Deutsche Post Stiftung gefördert. Nach Angaben der Stiftung wurden jedoch die jährlichen Zuwendungen durch die DHL Group (vormals Deutsche Post AG) nach 25 Jahren beendet. In der Folge wird das Budget für die Forschungsinstitute dauerhaft reduziert, laut „Handelsblatt“ um rund die Hälfte der bisherigen Mittelzuwendung.

Als Konsequenz werden die Institute am Standort Bonn „konsolidiert“, wie die Stiftung mitteilt. Das Berliner Büro des IZA solle mittelfristig geschlossen werden. Neuer Geschäftsführer des IZA wird ab Januar 2024 Professor Dr. Armin Falk, derzeit Vorsitzender der Geschäftsführung des briq.

Dass der international renommierte Ökonom Simon Jäger nach nicht einmal zwei Jahren das IZA verlässt, sorgt in Fachkreisen für Bedauern und Aufregung. So sprach etwa der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) in der F.A.Z. von einem „großen Verlust“, er hoffe, dass Simon Jäger „uns als Ökonom und politischer Berater erhalten bleibt“. Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hatte auf der Plattform X, vormals Twitter, geschrieben, der Vorgang werfe „ein denkbar schlechtes Bild auf die Post-Stiftung“. Dies sei „ein großer Verlust für die deutsche Politberatungsszene“.

Protest aus dem Forschernetzwerk

Am 17. November haben Mitglieder des Forschungsnetzwerks des Instituts zur Zukunft der Arbeit einen Brief veröffentlicht, der von mehr als 500 Forscherinnen und Forschern unterschrieben wurde. Darin protestieren sie gegen die geplante Ernennung von Professor Dr. Armin Falk zum neuen Geschäftsführer des IZA.

Grund für den Protest sind die Vorwürfe wegen sexuellem Fehlverhaltens und Machtmissbrauchs, die gegen Falk erhoben wurden. Die Vorwürfe haben sich zwar nach einer Untersuchung von Falks Arbeitgeber nicht bestätigt, mit der Kommunikation rund um das Thema sei man jedoch nicht zufrieden gewesen, schreibt die F.A.Z. Die Unterzeichner des Briefes wollen aus dem IZA-Netzwerk austreten, wenn Falk tatsächlich Leiter des Instituts wird.

Christina Petrick-Löhr betreut das Magazinressort Talent & Learning sowie die Berichterstattung zur Aus- und Weiterbildung. Zudem ist sie verantwortlich für die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft sowie den Deutschen Personalwirtschaftspreis. Foto: FBM

Christina Petrick-Löhr betreut das Magazinressort Talent & Learning sowie die Berichterstattung zur Aus- und Weiterbildung. Zudem ist sie verantwortlich für die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft sowie den Deutschen Personalwirtschaftspreis.