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Bundestag verabschiedet Entgelttransparenzgesetz

Wer hat den besseren Vertrag? Der Anspruch auf Transparenz der Gehälter von Kolleginnen und Kollegen soll mehr Lohngerechtigkeit bewirken.
Foto: © Minerva Studio/Fotolia.de
Wer hat den besseren Vertrag? Der Anspruch auf Transparenz der Gehälter von Kolleginnen und Kollegen soll mehr Lohngerechtigkeit bewirken.
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Die Gehaltsdifferenz zwischen Frauen und Männern beträgt hierzulande durchschnittlich 21 Prozent. Auch wenn man berücksichtigt, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten, seltener in Führungspositionen aufsteigen oder eher in sozialen Berufen mit geringen Verdiensten tätig sind, bleibt noch immer eine Lücke von sieben Prozent. Um das zu ändern, hat der Deutsche Bundestag am 30. März ein Gesetz verabschiedet, das die Transparenz von Entgeltregelungen fördern und somit den bestehenden Gender Pay Gap beseitigen soll. Der ursprüngliche Gesetzesentwurf für Lohngleichheit hatte stark in der Kritik gestanden und musste mehrfach nachgebessert werden.

Individueller Auskunftsanspruch für Mitarbeiter

Zentrales Instrument des Entgelttransparenzgesetzes ist ein Auskunftsanspruch: Frauen und Männer in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern sollen künftig ein individuelles Auskunftsrecht erhalten, um ihre eigene Entlohnung mit der von Kollegen oder Kolleginnen mit gleicher Tätigkeit vergleichen zu können. Allerdings bezieht sich der Auskunftsanspruch nicht auf die konkrete Vergütung einzelner Mitarbeiter, sondern auf ein durchschnittliches monatliches Bruttoentgelt von Mitarbeitern des anderen Geschlechts mit gleichen oder vergleichbaren Tätigkeiten. In tarifgebundenen Unternehmen soll der Auskunftsanspruch über die Betriebsräte wahrgenommen werden. In Betrieben ohne Betriebsrat und ohne Tarifvertrag können sich die Mitarbeiter direkt an den Arbeitgeber wenden.

Prüferverfahren und Berichtspflicht zur Entgeltgleichheit

Außerdem sieht das Gesetz die Einführung betrieblicher Verfahren vor, mit denen die Vergütungsstrukturen überprüft werden. Private Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sollen die Löhne regelmäßig auf die Einhaltung des Gebots der Entgeltgleichheit prüfen und die Lohngleichheit entsprechend gestalten.

Darüber hinaus müssen lageberichtspflichtige Unternehmen (Kapitalgesellschaften) ab 500 Beschäftigten künftig regelmäßig über Maßnahmen zur Gleichstellung und zur Entgeltgleichheit im Unternehmen berichten.