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Mehrheit des ungeimpften Pflegepersonals will sich nicht impfen lassen

Die Mehrheit des ungeimpften Pflegepersonals möchte sich trotz der Pflicht zur Immunisierung gegen das Corona-Virus nicht impfen lassen. Das ergibt eine Umfrage unter 1.700 Pflegekräften, die von Medwing, einem Job- und Karriereportal für Gesundheitsberufe, Anfang März durchgeführt wurde. Impfgegner in der Gesundheits- und Pflegebranche glauben demnach nicht an eine Schutzwirkung der Impfung, haben Angst vor Nebenwirkungen oder sehen das Recht auf Selbstbestimmung gefährdet.

61 Prozent des ungeimpften Pflegepersonals wollen sich auch zukünftig nicht impfen lassen und nehmen damit mögliche Konsequenzen bis hin zu einer Kündigung oder einem Branchenwechsel in Kauf. Sie machen allerdings nur einen kleinen Anteil des Pflegepersonals aus. Von den Befragten sind derzeit 82 Prozent geimpft und 18 Prozent ungeimpft. Unter den Ungeimpften möchten sich 20 Prozent „demnächst“ gegen das Corona-Virus pieksen lassen, 18 Prozent sind unentschlossen.

Impfpflicht weiterhin umstritten

Geimpfte sind nicht automatisch auch für eine Impfpflicht: Obwohl mehr als zwei Drittel der Pflegekräfte geimpft sind, befürworten weniger als die Hälfte eine Impfpflicht. 42 Prozent sind für eine verpflichtende Impfung, weil sie sich selbst und Patienten sowie Patientinnen dadurch besser geschützt und ein Ende der Pandemie als wahrscheinlicher sehen. Diejenigen, die gegen die Impfpflicht sind (40 Prozent), sehen in ihr einen Gegensatz zur freien Selbstbestimmung, schätzen sie nicht als wirksam ein oder befürchten einen drohenden Personalengpass, wenn nicht-geimpfte Mitarbeitende die Gesundheitseinrichtungen verlassen.

Ihren Arbeitgeber verlassen wollen unabhängig von der Impfpflicht recht viele Pflegekräfte. Etwa 20 Prozent der Befragten planen, innerhalb der kommenden zwölf Monate ihren Beruf aufzugeben. Die Gründe dafür: die Corona-Pandemie (47 Prozent), ein belastender Arbeitsalltag (45 Prozent), ein niedriges Gehalt (40 Prozent) sowie die Arbeitszeiten (35 Prozent).

Die Impfpflicht gilt ab dem 16. März 2022. Kritiker merken an: Für die Umsetzung der Impfpflicht fehlten Gesundheitsämtern, Pflegeeinrichtungen und Kommunen vielerorts Zeit und personelle Ressourcen. Dieser Ansicht sind unter anderem auch Sachsens und Bayerns Ministerpräsidenten, die versucht haben, die Impfpflicht zu verschieben. Auch beim Bundesverfassungsgericht sind zahlreiche Eilanträge eingegangen, um die Impfpflicht auszusetzen. Allerdings bisher ohne Erfolg.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.

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