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Stimmungsbild: Ausbildung in Corona-Zeiten

junge Menschen nebeneinander mit Mundnasenschutz
Azubis in Corona-Zeiten: So nah dürfen sie sich trotz Maske nicht kommen. Ausbildung findet derzeit häufig online und zuhause statt.
Foto: © Di Studio/StockAdobe

Jeder zweite Ausbildungsbetrieb hierzulande (49,4 Prozent) verzeichnet in der Corona-Krise einen Rückgang der Bewerbungen. Rund jeder siebte Betrieb (16,8 Prozent) plant, die Zahl der Ausbildungsplätze zu reduzieren. Bislang hat ein knappes Drittel der Unternehmen (30,3 Prozent) seine Recruitingprozesse wegen der Kontaktbeschränkungen auf virtuelle Verfahren umgestellt. 46 Prozent der Betriebe sagen, das sei wegen guter Schutzmaßnahmen nicht notwendig. Das sind Ergebnisse einer Umfrage von U-Form Testsysteme unter 472 Ausbildungsbetrieben. An der Befragung haben im April und Mai 1180 Ausbildungsverantwortliche und Azubis teilgenommen. Aus Kommentaren der Umfrageteilnehmer geht hervor, dass Unternehmen insbesondere bei gewerblichen Ausbildungsberufen erhebliche Probleme bei der Umstellung haben, weil sich die Verfahren dort schlechter virtuell abbilden lassen.

Gut die Hälfte der Azubi-Bewerber bewertet Online-Testverfahren positiv

Wo Bewerbungsprozesse per Online-Testverfahren stattfinden, beurteilen dies 54 Prozent der angehenden Azubis als positiv. 31 Prozent sind neutral eingestellt und 15 Prozent haben eine negative Meinung dazu. Dagegen empfinden sie Bewerbungsgespräche per Video und am Telefon eher als negativ. Dem Wegfall von Probearbeiten bedauern fast drei Viertel der jungen Menschen (72 Prozent).

Jeder zweite Auszubildende lernt zuhause

Bei bestehenden Ausbildungsverträgen findet die Ausbildung in der Hälfte der Unternehmen (51,6 Prozent) vollständig oder zum Teil im Homeoffice statt. Das ist naturgegeben vor allem außerhalb kaufmännischer Ausbildungsberufe problematisch, etwa im technischen Bereich, wo es nicht möglich ist, die praktischen Ausbildungsinhalte von zuhause aus zu erlernen. Insgesamt wird Online-Ausbildung von den Auszubildenden positiver beurteilt als von den Ausbildern. 57 Prozent der Azubis gegenüber nur 28 Prozent der Ausbilder sagen, die Umstellung sei problemlos möglich gewesen.

Betreuung durch Berufsschulen lässt in der Krise zu wünschen übrig

Mit der Betreuung durch die Berufsschule sind momentan weniger als die Hälfte sowohl der Ausbilder als auch der Auszubildenden zufrieden. Von den Ausbildern sehen 45,3 Prozent die Betreuung als gut oder sehr gut an, bei den Azubis sind es mit 42,5 Prozent noch etwas weniger. Anders sieht es bei den dual Studierenden aus; von ihnen bewerten fast zwei Drittel (62,4 Prozent) die Betreuung durch die Hochschulen während der Corona-Krise als gut oder sehr gut.

Virtueller Unterricht findet nur bei einem Fünftel der Berufsschüler (21,2 Prozent) statt. In der Mehrzahl (84,9 Prozent) erhalten die Azubus Selbstlernaufgaben von ihren Berufsschullehrern. Aus Kommentaren einiger Auszubildenden geht hervor, dass ihnen Konzepte fehlen und sie Schwierigkeiten haben, sich den Stoff selbst beizubringen. Kritik kommt auch von Ausbildern, so vermissen sie Unterstützung und Lernaufträge von den Berufsschulen. Ein Ausbilder ist der Meinung, dass sich aktuell die Versäumnisse der Vergangenheit rächen, da zu wenig für den digitalen Ausbau der Schulen getan worden sei.

Weitere Informationen über die Umfrageergebnisse gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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