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Höhere Sicherheitsrisiken für mobile Mitarbeiter in 2020

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Laut einer aktuellen Studie erhöhen sich die Risiken für Expats und Geschäftsreisende im nächsten Jahr.
Foto: © bluedesign/StockAdobe

International SOS, Dienstleister für Gesundheit und Sicherheit auf Geschäftsreisen und bei Entsendungen, hat gemeinsam mit der aktuellen Ausgabe der Travel Risk Map seine Risikoprognose für 2020 vorgestellt. Begleitend wurde eine Umfrage unter 1300 Entscheidungsträgern aus dem Geschäftsreisebereich durchgeführt, der “Business Resilience Trends Watch”. Aus Experten- und Unternehmenssicht ergeben sich für 2020 eine Reihe von Risiken, die Unternehmen und Mitarbeiter beachten sollten.

Unternehmen erwarten Reiseänderungen vor allem aufgrund von Sicherheitsbedrohungen

Nach Ansicht der befragten Unternehmen sind Sicherheitsbedrohungen der wichtigste Faktor, der im nächsten Jahr zu Änderungen im Reiseverlauf führen wird. Gut zwei Drittel der Business Travel Manager (68 Prozent) geben dies an – das sind 23 Prozent mehr letztes Jahr. An zweiter Stelle der Gefahren stehen mit jeweils 52 Prozent zivile Unruhen (2018 nannten noch38 Prozent dieses Risiko) sowie geopolitische Unruhen (20 Prozent mehr als im Vorjahr). Direkt darauf folgen Naturkatastrophen, die 51 Prozent der befragten Unternehmensvertreter und damit 15 Prozent mehr als in 2018 nennen. Ebenso viele sind der Ansicht, dass die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken dieses Jahr gestiegen sind, und 47 Prozent erwarten, dass sie auch 2020 Jahr zunehmen werden. Außerdem rechnen die Travel Manager damit, dass es aufgrund weiterer Faktoren zu Reiseänderungen kommen wird: 31 Prozent nennen Epidemien; diese werden für 2020 um 19 Prozent höher eingeschätzt, als die tatsächlichen Auswirkungen im letzten Jahr waren. 35 Prozent geben Infektionskrankheiten als Grund an (Zunahme um 17 Prozent) und 29 Prozent gehen davon aus, dass es durch Inhaftierung und Entführung zu Reiseänderungen kommen wird (Steigerung von 17 Prozent).

Die wichtigsten Risiken und Trends in 2020 aus Expertensicht

Aus Expertensicht kristallisieren sich für das kommende Jahr zehn besonders wichtige Gesundheits-
Gesundheits- und Reisesicherheitsrisiken sowie Trends heraus:

  1. Risiken resultierend aus geopolitischen Verschiebungen werden die wichtigste Herausforderung im Bereich der Mobilität von Unternehmen sein.
  2. Fragen der psychischen Gesundheit werden an Bedeutung gewinnen.
  3. Unternehmen müssen sich aktiver um den Schutz der körperlichen Gesundheit ihrer Belegschaft kümmern.
  4. Cyber-Kriminalität wird ein zunehmendes Sicherheitsrisiko darstellen.
  5. Der Klimawandel wird das Risiko von Umweltkatastrophen verschärfen.
  6. Die Zahl der Ausbrüche von Infektionskrankheiten durch bekannte wie auch durch neu auftretende Krankheitserreger wird aufgrund mehrerer Faktoren zunehmen, darunter Klimawandel, zunehmende Urbanisierung, abnehmende Impfraten und Sicherheitsinstabilität.
  7. Die Frage, ob die Fürsorgepflicht der Arbeitgeber auch so genannte Bleisure-Reisen (die Kombination aus Geschäfts- und Urlaubsreise) umfasst, wird verstärkt diskutiert werden.
  8. Millennials und die Generation Z, die mit anderen Vorlieben, Erwartungen und Einstellungen gegenüber Risiken an den Arbeitsplatz gehen, werden Unternehmen zunehmend herausfordern, ihre Risikostrategien weiter zu entwickeln.
  9. Es wird mehr öffentlichkeitswirksame Rechtsstreitigkeiten zum Thema Fürsorgepflicht geben.
  10. Startups und KMU, die möglicherweise über zu wenig Ressourcen und Erfahrungen verfügen, werden es schwer haben, die Fürsorgepflichten zu erfüllen.

Die Travel Risk Map kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.