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Beschäftigte zwischen Zuversicht und Existenzängsten

Corona, der Ukraine-Krieg und die Folgen des Klimawandels gehen an den Mitarbeitenden nicht spurlos vorbei. Wie eine Studie der Jobvermittlung Avantgarde Experts zeigt, sind viele Beschäftigte verunsichert und sorgen sich auch um ihre berufliche Existenz. Betroffene wünschen sich deshalb verstärkt Sicherheit und Führung von ihrem Arbeitgeber.

Verunsichert hat die rund 1.000 Arbeitnehmer, die für die Studie im April 2022 befragt wurden, vor allem der Krieg in der Ukraine (21 Prozent). 14 Prozent sagten, die Corona-Pandemie und deren Folgen bereite ihnen Sorgen. Acht Prozent haben Angst, dass sie der Klimawandel negativ beeinflussen könnte. Existenzängste haben gut vier von zehn Befragten (43 Prozent), zwölf Prozent sorgen sich darum, ihren Job zu verlieren. Trotz der eher negativen Einschätzung der derzeitigen Lage, sehen die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre berufliche Zukunft in den kommenden zwei Jahren tendenziell eher optimistisch als pessimistisch.

Umgang der Unternehmen mit Corona gut, mit Mitarbeiterbedürfnissen weniger

Das Arbeitsumfeld ist für viele Beschäftigte eine nicht unwesentliche Hilfe im Umgang mit Sorgen und Ängsten aufgrund der derzeitigen Krisen. Doch wie empfinden Mitarbeitende den Umgang ihrer Arbeitgeber mit den momentanen gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Herausforderungen? Zufrieden zeigen sich die Beschäftigten vor allem damit, wie ihr Arbeitgeber auf die Corona-Pandemie reagiert hat. Auf der Zufriedenheitsskala folgen das Verhalten ihres Unternehmens hinsichtlich Diversität, flexiblem Arbeiten, BGM-Angeboten, des Krieges in der Ukraine sowie Umwelt- und Klimaschutz. Am schlechtesten schneiden die Unternehmen ab, wenn es um das Erkennen und Beachten von Bedürfnissen der Mitarbeitenden geht – ein wichtiges Signal für Arbeitgeber und Führungskräfte, so die Studienverfasser.

Beschäftigte erwarten von Führungskräften mehr mentale Unterstützung

Das ist in dem Sinne fatal, da Mitarbeitende sich gerade jetzt in Krisensituationen einen engeren Austausch mit ihrer Führungskraft wünschen und andere Dinge brauchen, damit ihre Bedürfnisse befriedigt sind, als zuvor. Zwei Drittel aller Befragten (66 Prozent) erwarten von ihren Vorgesetzten verstärkt Mitgefühl und Fürsorge bei privaten Sorgen. Außerdem wünscht sich jeder Zweite (52 Prozent) ein klares Leitbild für Krisenzeiten von einer Führungsperson. Darüber hinaus haben 45 Prozent der Beschäftigten den Anspruch, dass Führungskräfte von sich aus Sorgen ansprechen und 41 Prozent möchten die Möglichkeit haben, selbst eigene Sorgen zu benennen.

Die Führungskräfte scheinen dies nicht immer im Detail zu erkennen oder sind sich der Lage bewusst, aber selbst überarbeitet und deshalb nicht fähig darauf zu reagieren. Die Leader unter den Befragten haben überwiegend den Eindruck, dass die Beschäftigten wegen der Krisen weniger belastbar sind. Jede fünfte Führungskraft sagt allerdings auch, im selben Boot zu sitzen und sich in ihrem Aufgabenbereich überfordert zu fühlen. Dabei würden wahrscheinlich auch sie davon profitieren, über ihre neuen, an die äußeren Umstände gekoppelten Sorgen zu sprechen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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