Hinsichtlich des Frauenanteils in Dax-Aufsichtsräten gibt es zwei positive Entwicklungen. Zum einen werden 2023 mehr Managerinnen neu in die Aufsichtsräte der 40 größten börsennotierten deutschen Unternehmen berufen als Männer. Zum anderen hat der Frauenanteil in besagten Aufsichtsräten einen historischen Höchstwert von derzeit 37,8 Prozent erreicht. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Personalberatung Russel Reynolds Association, bei der mittels Informationen aus Hauptversammlungen, Ankündigungen und Einblicke in die Jahresberichte unter anderem die Zusammensetzung von weiblichen und männlichen Aufsichtsräten untersucht wurde.
Dabei zeigte sich im Detail: Rund 55 Prozent der neu in die Aufsichtsräte berufenen Menschen waren Frauen. Damit ging der höchste Anstieg der Frauenquote einher, der innerhalb eines Jahres in den Aufsichtsräten seit 2016 erreicht wurde. Und das, obwohl gleichzeitig mehr Frauen als je zuvor aus den Gremien schieden (32 Prozent).
Wenige Frauen haben Vorsitz inne
Wenn Frauen im Aufsichtsrat sitzen, dann nur selten an der höchsten Position – 2023 sogar weniger häufig als 2022. In diesem Jahr sind zwei Aufsichtsratsvorsitzende weiblich (5 Prozent). 2022 waren es noch doppelt so viele. Was den Vorsitz der Ausschüsse angeht, hat der Frauenanteil allerdings einen Höchstwert erreicht. Waren im Vorjahr noch 17 Prozent der Vorsitzenden weiblich, sind es 2023 20 Prozent.
Trotz der positiven Entwicklung liegen die Aufsichtsräte der größten, börsennotierten deutschen Unternehmen in Summe hinsichtlich einer Parität hinter denen in einigen anderen europäischen Ländern. So liegt der Frauenanteil in den Aufsichtsräten in Frankreich, Norwegen, Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Dänemark bei über 40 Prozent. Auch zu erwähnen ist, dass in Deutschland die Porsche SE als einziges Unternehmen einen Frauenanteil von unter 30 Prozent im Aufsichtsrat hat. Damit liegt er unter der für paretische mitbestimmte Unternehmen geforderte Frauenanteil von 30 Prozent.
Die Aufsichtsräte in den größten deutschen Unternehmen sind einer Parität deutlich näher als die Vorstände. Der Frauenanteil in den Vorständen der Dax-Unternehmen lag 2022 bei 15 Prozent und war im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte gestiegen.
Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch Themen aus den Bereichen Recruiting, Employer Branding und Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit.

