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Führungskräfte zufrieden mit Streitkultur

So steht es zum Glück nicht um die Streitkultur in deutschen Unternehmen. Manager sehen sie eher positiv.
Foto: © adam121/Fotolia.de
So steht es zum Glück nicht um die Streitkultur in deutschen Unternehmen. Manager sehen sie eher positiv.
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Deutsche Führungskräfte beurteilen die Streitkultur in ihrem Unternehmen grundsätzlich positiv. Das zeigt eine aktuelle Studie, die untersucht hat, wie Unternehmen mit inner- und interbetrieblichen Konflikten umgehen. Es gibt aber auch Handlungsbedarf, etwa in der Qualifizierung der Führungskräfte.

Mit der Streitkultur in deutschen Unternehmen sieht es nicht schlecht aus. Rund 40 Prozent charakterisieren die Streitkultur in ihrer Organisation als konstruktiv, wertschätzend und respektvoll, ebenso viele bezeichnen sie als entscheidungsorientiert, offen und transparent. Negative Bewertungen der Streitkultur kommen deutlich seltener vor. Am häufigsten werden Konflikte verdrängt (28 Prozent) oder per “Machtwort” beigelegt (24 Prozent).

Gelöst werden Konflikte zu über 70 Prozent durch die Führungskräfte und zu 60 Prozent von den unmittelbar Betroffenen. Das zeigt der erste “Streitkulturindex für Unternehmen und Organisationen in Deutschland” der Forschungsstelle für Wirtschaftsmediation der TH Köln in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsmediation und Kommunikationsmanagement (IWM). Für die Studie wurden zwischen Februar und Juli 2015 Führungskräfte aus rund 300 Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen befragt.

Externe Schlichter kaum nötig

Nur bei einem Viertel (knapp 25 Prozent) der Konfliktfälle ziehen die Unternehmen interne Fachleute der Personal- und Rechtsabteilung oder Betriebsräte hinzu. Externe Fachleute, wie Rechtsanwälte, Mediatoren oder Coaches werden in nur 16 Prozent der Konflikte hinzugezogen.

Obwohl die Befragten mit der Konfliktbehandlung in ihrem Unternehmen prinzipiell zufrieden sind, äußern sie sich auch selbstkritisch zu ihrer Rolle als Konfliktlöser.

Die Führungskräfte, die nach eigenen Angaben die meisten Streitfälle lösen, sehen in ihrem Bereich auch den größten Fort- und Weiterbildungsbedarf,

sagt Prof. Dr. Ricarda Rolf, Leiterin der Kölner Forschungsstelle für Wirtschaftsmediation.

Weiterbildungsbedarf vor allem in Konfliktmanagement

78 Prozent der Studienteilnehmer sehen Bedarf beim Konfliktmanagement für Führungskräfte und 63 Prozent beim Kommunikationstraining für Führungskräfte Seltener genannt wird mit 49 Prozent Schulungsbedarf beim Umgang mit schwierigen Verhandlungspartnern und -situationen sowie bei Grundlagen in der Verhandlungstechnik (38 Prozent). Lediglich gut die Hälfte der Firmen hat spezielle Angebote zur Fort- und Weiterbildung für die mit der Konfliktbearbeitung betrauten Personen im Programm.

Wenig Konfliktprävention bei Change-Prozessen

Professionalisierungsbedarf sehen die Führungskräfte auch bei Organisationsveränderungen und Umstrukturierungen. So berücksichtigen nur 37 Prozent der Unternehmen bei diesen Prozessen Konfliktbearbeitung präventiv. 58 Prozent der Befragten sehen hier die Notwendigkeit einer Veränderung.

Streitbehandlung meist anlassbezogen

Rolf beurteilt es als kritisch, dass die mit der Konfliktbehandlung beauftragten Menschen und Institutionen in über 80 Prozent der Fälle rein anlassbezogen und akut handeln. In institutionalisierter Form findet Streitschlichtung nur in einem Drittel der Betriebe statt. 20 Prozent arbeiten sogar völlig unabhängig voneinander und ohne jegliche Abstimmung untereinander.

Der Streitkulturindex soll künftig in regelmäßigen Abständen erhoben und weiterentwickelt werden. Die Detailauswertung der aktuellen Studie kann unter der E-Mail ricarda.rolf@th-koeln.de angefordert werden.