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Monday Rocks: Ex-SAP-Personalchef investiert in HR-Start-up

Stefan Ries sieht im Start-up Monday Rocks großes Erfolgspotential. (Foto: Stefan Ries)
Stefan Ries sieht im Start-up Monday Rocks großes Erfolgspotential. (Foto: Stefan Ries)

Das Düsseldorfer HR-Tech Monday Rocks (Eigenschreibweise: Monday.Rocks) ist durch zwei neue Gesellschafter vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Der Ex-SAP-Personalchef und derzeitige externe McKinsey-Berater Stefan Ries sowie André Häusling, Geschäftsführer von HR-Pioneers, haben sich an der aktuellen Finanzierungsrunde für das Start-up beteiligt. Dadurch konnte sich das HR-Tech über eine Finanzspritze in Millionenhöhe freuen.

“Ein Fußballteam ist nur dann erfolgreich, wenn die Mitglieder über ihre jeweiligen Rollen sprechen”, erklärt Monday-Rocks-CEO Mario Reis den Grundgedanken hinter der Software. Das gleiche gelte für Teams in Unternehmen. Die Team-Performance sei vom Wissen über die Gruppendynamik abhängig und von einer klaren Kommunikation über Rollenverständnisse. Die Monday-Rocks-App mache diese Dynamiken sichtbar. Das Prinzip der App: Mitarbeitenden werden in einem regemäßigen Abstand Fragen zu ihrem Arbeitsverhalten und ihren Werten hinsichtlich der Zusammenarbeit gestellt. Sie geben zudem ihren Kolleginnen und Kollegen laufendes Feedback zu deren Verhalten während der Arbeit. “Das Feedback ist objektiv und anonym”, sagt Mario Reis. “Die Nutzer haben den Hut auf und können entscheiden, ob sie die Bewertung der Kollegen annehmen und mit in die Auswertung einfließen lassen.”

Gruppendynamik wird wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenübergestellt

Die gesammelten Daten werden Teameffektivitätskriterien gegenüber gestellt, die Monday Rocks anhand von zahlreichen wissenschaftlichen Studien und durch die Zusammenarbeit mit rund 400 Teams zusammengetragen habe. Darauf basierend erhalte jeder Nutzer Tipps, welche Aufgaben und Rollen er anhand seines Profils gut übernehmen kann, um die Team-Performance bestmöglich zu machen. Die Tipps orientierten sich dabei auch an der jeweiligen Branche und der Teamart, so Reis.

Mario Reis und sein Team möchten die Teameffektivität in Unternehmen erhöhen. (Foto: Monday.Rocks)
Mario Reis und sein Team möchten die Teameffektivität in Unternehmen erhöhen. (Foto: Monday.Rocks)

“Es geht dabei nicht um einen Wechsel einer Position, sondern um die Aufgaben, die eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter bekommt und die Art und Weise, wie er oder sie sich am besten im Team einbringen kann”, erklärt Investor Stefan Ries. Kunden von Monday Rocks seien vor allem Unternehmen, die Veränderungen wie Fusionen, Umstrukturierungen oder Wachstum durchlaufen. Denn in diesen Situationen der Transformation gehe es darum, innerhalb eines sich neu zusammenfindenden Teams die jeweilige Rolle für den einzelnen Mitarbeitenden zu finden.

“Das Thema Performance-Management ist meiner Meinung nach in den vergangenen Jahren in eine falsche Richtung gegangen.”

Investor Stefan Ries ist davon überzeugt, dass dieser Austausch über Rollenverständnisse den eigentlichen Kern von Performance-Management trifft. “Das Thema Performance-Management ist meiner Meinung nach in den vergangenen Jahren in eine falsche Richtung gegangen”, sagt er. “Es geht dabei jetzt meist viel um Zahlen und Erfolgsdruck, wobei ursprünglich der Austausch innerhalb eines Teams und Unternehmens gefördert werden sollte.”

Am Ende wirke sich eine bessere Performance auch auf die Zufriedenheit der Teammitglieder aus, sagt CEO Reis. “Und dann ist die emotionale Fallhöhe zwischen Sonntag und Montag eben nicht so hoch.” Darauf spielt auch der Name des Start-ups an: Montage sollen im Idealfall Spaß machen.