Als Miriam Oehme vor zwei Jahren Personalchefin bei Biotest wurde, fand sie sich schnell vor einem Papierberg auf ihrem Arbeitstisch wieder. Daneben stand ein analoges Telefon auf ihrem Tisch. Beides war für die ehemalige Merck-Mitarbeiterin, die sich selbst als „Techie“ bezeichnet, ungewohnt. Vom Pharmakonzern war sie großzügige Digitalisierungsstrukturen gewohnt. Bei Biotest waren diese kaum vorhanden. Und dennoch gibt es heute bei ihr im HR-Team KI-Agenten, die den Personalerinnen und Personalern Arbeit abnehmen. Der Weg dorthin unterscheidet sich vielleicht von der KI-Transformation von voll digitalisierten Unternehmen wie Merck, doch er zeigt: Die KI-Transformation kann auch ohne ausgeprägte Digitalisierung gelingen.
Ein Blick in Umfragen zeigt, dass Biotest keinesfalls das einzige Unternehmen ist, dass die KI-Transformation trotz Herausforderungen bei der Digitalisierung angeht. Aktuell nutzen laut einer repräsentativen Befragung des Branchenverbands Bitkom unter 640 Unternehmen in Deutschland mit mehr als 20 Beschäftigten 41 Prozent der Organisationen KI im Arbeitsalltag. 48 Prozent planen den KI-Einsatz oder diskutieren ihn. Gleichzeitig sagen 51 Prozent der Unternehmen, dass sie Probleme haben, die Digitalisierung zu bewältigen.
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