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Bachelor-Absolventen nicht fit für den Job

Aus der diesjährigen DIHK-Umfrage unter Arbeitgebern geht hervor, dass nur noch 47 Prozent mit Bachelor-Absolventen zufrieden sind. Bei der letzten Befragung im Jahr 2011 waren es noch 63 Prozent. Außerdem sind nur 15 Prozent der Betriebe der Ansicht, dass die Bachelor-Absolventen gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet sind.

“Über-Akademisierung” schadet der Wirtschaft eher

Schweitzer hält das für eine besorgniserregende Entwicklung. Als Grund nennt er im Interview mit der “Berliner Morgenpost”, Deutschland leide an einer Über-Akademisierung. Viele Studierende seien in einer Berufsausbildung besser aufgehoben und das spürten die Unternehmen.

Daher sieht der DIHK-Präsident vor allem Handlungsbedarf in den Gymnasien. In manchen Stadtteilen gingen über 60 Prozent eines Jahrgangs aufs Gymnasium, dadurch würde das Abitur entwertet und im Ausland würde schon hinterfragt, ob das deutsche Abitur noch als Zulassungsvoraussetzung für ein Studium genüge. Die Gymnasien müssten über die duale Aus- und Weiterbildung als gleichwertige Möglichkeit informieren, so Schweitzer, und es müsse dort mehr Berufsorientierung geben.

DIHK-Präsident plädiert für Begrenzung der Studienplätze

Gegenüber der Zeitung plädierte Schweitzer dafür, die Zahl der Studienplätze wieder zu begrenzen. “Ich halte das unbegrenzte politische Angebot für falsch, dass jeder, der studieren will, auch studieren können soll. Die Zahl der Studienplätze kann nicht grenzenlos steigen.” Außerdem seien die Abbruchquoten mit 30 Prozent viel zu hoch. Die Hochschulen müssten mit sinnvollen Zulassungsbeschränkungen geeignete Kandidaten für die richtigen Fächer finden, sich aber dabei nicht nur an den Abiturnoten orientieren.

Bachelor-Absolventen zu jung und unerfahren?

Nachdem deutsche Absolventen im internationalen Vergleich zu alt waren, haben der Wegfall der Wehrpflicht und des 13. Schuljahres in vielen Bundesländern inzwischen dazu geführt, dass bereits 21-jährige mit einem Bachelor-Titel in die Unternehmen kommen. Der DIHK-Präsident kann sich schon vorstellen, dass die wachsende Unzufriedenheit der Betriebe auch mit dem sinkenden Alter der Absolventen zu tun hat: “Ein wenig Erfahrung und Horizont schaden sicher nicht.” Das sehe man auch daran, dass die Unternehmen mit den Master-Absolventen sehr zufrieden sind. Heute sehen 78 Prozent ihre Erwartungen in sie erfüllt; 2011 waren es erst 65 Prozent. Die Tatsache, dass fast zwei Drittel der Studenten nach dem Bachelor auch den Master machen wollen, schaffe bessere Chancen und käme der Wirtschaft zugute, so Schweitzer.

Das vollständige Interview gibt es hier zur Ansicht.