Libra, Legora oder Beck-Noxtua – wer heute in Wirtschaftskanzleien arbeitet, kennt diese Namen von sogenannten Legal AI-Tools. Sie sind so etwas wie das ChatGPT für die juristische Arbeit. Sie durchforsten innerhalb weniger Minuten Dokumentenberge, für die Juristinnen und Juristen früher Stunden gebraucht hätten. Sie recherchieren Rechtsfragen, werten Akten aus, prüfen Vertragsklauseln und liefern auch erste Entwürfe für Schriftsätze oder Verträge. Genau das waren lange Zeit Aufgaben, die das klassische Bild des juristischen Berufseinstiegs geprägt haben. Für viele angehende Juristinnen und Juristen mag mitunter die drängende Frage aufkommen: Was bleibt noch von ihrem Start ins Berufsleben?
Wie groß der Druck auch branchenübergreifend geworden ist, zeigt eine Befragung des Münchner ifo-Instituts aus dem Juni 2026. Unter Unternehmen, die bereits künstliche Intelligenz einsetzen, hält es jedes fünfte für leicht oder sehr leicht, Mitarbeitende mit Hochschulabschluss durch weniger qualifizierte Beschäftigte zu ersetzen. „KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen“, sagt ifo-Forscherin Anna Ruffert.
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