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Mehr Recruiter und neue Skills gefragt

Technische Skills, etwa in Talent Analytics, sind bei Recruitern sehr begehrt.
Recruiter, die über Kompetenzen in Talent Analytics verfügen, werden doppelt so oft gesucht wie vor fünf Jahren.
Foto: © tashatuvango/StockAdobe

Gegenwärtig ist der Bedarf an Recruiting-Experten so hoch wie noch nie; weltweit stellen Unternehmen mehr Personaler für die Personalgewinnung ein. Hierzulande ist die Nachfrage seit 2016 um 137 Prozent gestiegen, hat sich also mehr als verdoppelt. In Frankreich nahm der Bedarf sogar um 236 Prozent zu. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des Reports “Die Zukunft des Recruitings” von Linkedin. Dafür wurden im Zeitraum vom 13. Juni bis 8. Juli dieses Jahres 2848 Linkedin-Mitglieder in mehr als 80 Ländern befragt, die nach eigenen Angaben im Bereich HR/Personalgewinnung in Unternehmen oder Agenturen arbeiten. Zusätzlich wurde die Gesamtaktivität von Recruiting-Profis auf der Plattform analysiert.

Personaler benötigen mehr technische Skills

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung ändern sich auch die Anforderungen an die Personaler. Laut Report benötigt der Recruiting-Prozess mehr Technologie und die zuständigen Experten brauchen entsprechende Skills. So müssten sie zum Beispiel Tools beherrschen, um geeignete Kandidaten zu identifizieren – etwa Talentpools auswerten – und anzusprechen, deren Soft Skills analysieren oder Bewerbungsgespräche per Videokonferenz ermöglichen. Seit 2014 haben Positionen mit dem Aufgabenprofil Talent Analytics um 111 Prozent zugenommen. Außerdem hat sich die Zahl der Recruiting-Spezialisten, die sich mit Datenanalyse auskennen, verdoppelt.

Kommunikationsfähigkeit und Geschäftssinn von Recruitern stärker gefragt

Neben technischen Skills werden auch andere Kompetenzen wichtiger. Recruiting-Fachleute verfügen heute dreimal häufiger über gute Kommunikationsfähigkeiten als vor vier Jahren. Zudem legen Unternehmen der Studie zufolge mehr Wert darauf, dass Personaler über einen ausgeprägten Geschäftssinn verfügen, während die funktionale Expertise in den Hintergrund rückt. Das wird laut Report daran sichtbar, dass inzwischen gut ein Drittel der Recruiting-Verantwortlichen (35 Prozent) ursprünglich in anderen Unternehmensbereichen tätig war. Neben HR und Personalgewinnung kommen die meisten Personalverantwortlichen aus dem Vertrieb, der Betriebsführung und der Geschäftsentwicklung.

Ergebnisorientierte Kennzahlen werden wichtiger

Der Report kommt außerdem zu dem Schluss, dass KPIs ergebnisorientierter werden. Dabei gewännen drei qualitative Metriken derzeit besonders an Bedeutung: Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) misst bereits die Quality of Hire. 88 Prozent geben an, diese Kennzahl werde sich in den nächsten fünf Jahren als nützlich erweisen. Das Candidate Experience Rating – bislang erst von rund jedem vierten Unternehmen berücksichtigt – wird nach Aussage von 70 Prozent der Befragten binnen fünf Jahren von Bedeutung sein. Darüber hinaus geht mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer (56 Prozent) davon aus, dass die Diversität von Kandidaten relevanter werden wird, während zurzeit erst jeder dritte befragte Arbeitgeber diese Metrik erfasst.

Der Report kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.