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Fachkräftemangel verhindert Wachstum von Start-ups

Der Fachkräftemangel ist auch für Start-ups in Deutschland ein zentrales Problem. Viele der Jungunternehmen können aufgrund eines Personalmangels nicht in dem Maße wachsen, wie sie es gerne möchten. Das geht aus einer Umfrage des Start-up-Verbands hervor, an der 300 junge Unternehmen teilnahmen.

Demnach hat jedes zweite Start-up Probleme, neue Talente zu gewinnen (54 Prozent). Für Scale-ups, also größere Jungunternehmen, ist die Mitarbeitergewinnung tendenziell eine größere Herausforderung als für solche mit weniger als 25 Beschäftigten. Für 85 Prozent der Start-ups mit mindestens 26 Mitarbeitenden ist es schwierig, neue Fachkräften zu finden.

Diese Problematik sorgt dafür, dass es – unabhängig von ihrer Größe – bei neun von zehn Start-ups offene Stellen gibt. Besonders schwierig ist es den Befragten zufolge, in den Bereichen IT, Sales und Marketing Talente zu gewinnen.

Möglicher Rückgang der Innovationsfähigkeit

Der Mangel an Personal hindert in vielen Fällen das Wachstum der Jungunternehmen, da keine neuen Geschäftsfelder erschlossen werden können. 50 Prozent der befragten Start-ups haben aufgrund einer erfolglosen Mitarbeitergewinnung darauf verzichtet, zu expandieren. 39 Prozent rechnen in Zukunft mit einem Rückgang ihrer Innovationsfähigkeit. Auch die Auswirkungen dieser Tatsache lassen sich in Zahlen festhalten: Laut dem Start-up-Verband sind derzeit in Deutschland rund 415.000 Mitarbeitende in Start-ups und Scale-ups angestellt. Dieses gesamte Start-up-Ökosystem könnte um ein Fünftel wachsen, wenn alle derzeit offenen Stellen besetzt würden.

Als mögliche Lösung, um die Effekte des Fachkräftemangels zu mildern, nennt der Verband die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland. Doch das sei meist nicht leicht für Start-ups. Denn die Jungunternehmen haben nicht immer die Kapazitäten, um den bürokratischen Weg auf sich zu nehmen. „Die Rekrutierung von Talenten aus dem Ausland ist zentral, aber die Hürden sind gerade für Start-ups häufig hoch“, sagt Magdalena Oehl, stellvertretende Vorsitzende des Start-up-Verbands und Gründerin des HR-Start-ups Talentrocket. „Während für jedes dritte Start-up der Aufwand innerhalb der EU schon hoch ist, machen bürokratische Hürden, Fragen der Anerkennung von Qualifikationen und die daraus entstehende lange Dauer des Verfahrens den Rekrutierungsprozess im außereuropäischen Ausland zur Sisyphusaufgabe.“

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.