Was motiviert junge Menschen zu guter Leistung? Die Antwort, die jeder Personaler, der sich um Nachwuchskräfte bemüht, auf dem Schirm haben sollte, ist so einfach wie schnöde: Es ist Geld. Das ist eines der Ergebnisse der gerade veröffentlichen Trendstudie „Jugend in Deutschland“. Diese nimmt seit 2010 unter die Lupe, was insbesondere die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen umtreibt. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Studie widmet sich dem Arbeitsleben der jungen Generation.
Vor nicht allzu langer Zeit war der Befund noch ein anderer: Da waren Spaß und Freude an der Arbeit die wesentlichen Treiber für junge Talente. Erst mit dem Aufkommen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 und mit der zunehmenden Inflation aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat sich die Bezahlung klar an die Spitze des Motivations-Rankings geschoben.
Neben dem Geld (für 52 Prozent einer der drei wichtigsten Motivatoren) sind aber immer noch Spaß (37 Prozent), das Erreichen von Zielen (34 Prozent), Anerkennung (26 Prozent) und sinnvolles Tun (25 Prozent) die wesentlichen Beweggründe, um gute Arbeit zu leisten. Überraschend wenig motivierend dagegen nehmen jüngere Menschen Situationen von Wettbewerb oder Konkurrenz (8 Prozent) oder das Gefühl, etwas Großes zu bewegen (7 Prozent) wahr, schreiben die Studienautoren Simon Schnetzer, Dr. Kilian Hampel und Professor Klaus Hurrelmann.
Frauen suchen gutes Arbeitsklima, Männer Aufstiegschancen
Eine weitere interessante Erkenntnis der Studie, für die in diesem Durchgang auch Menschen aus den Alterskohorten 30 bis 49 Jahre und 50 bis 69 Jahre als Vergleichsgruppen befragt wurden, lautet, dass die Unterschiede zwischen den Altersgruppen oftmals geringer sind als die zwischen den Geschlechtern. Bei der Frage, was gute Arbeitsbedingungen ausmacht, etwa spielt das Alter nur eine geringe Rolle: Auf den vorderen Plätzen landeten durchweg eine gute Arbeitsatmosphäre, Balance zwischen Arbeit und Freizeit, Sicherheit des Arbeitsplatzes sowie gute Vorgesetzte.
Blickt man aber auf das Geschlecht der Befragten, zeigen sich doch erhebliche Unterschiede: Die Studienautoren schreiben, dass junge Frauen viel mehr auf eine gute Arbeitsatmosphäre achten (Frauen 71 Prozent, Männer 56 Prozent), die gute Balance von Arbeit und Freizeit (62 zu 52 Prozent) und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (53 zu 45 Prozent), während junge Männer stärker auf Aufstiegsmöglichkeiten (32 zu 39 Prozent) und die Übernahme von Führungsverantwortung (12 zu 19 Prozent) achten.
Welche Benefits werden gewünscht?
Um die begehrten jungen Arbeitskräfte nicht nur zu rekrutieren, sondern auch langfristig halten zu können, lohnt es sich für HR, deren Vorlieben im Hinblick auf Bezahlung und Benefits zu kennen. Laut der Jugendstudie sind die attraktivsten Benefits für die 14- bis 29-Jährigen bezahlte Überstunden (52 Prozent) und Homeoffice, beziehungsweise mobiles Arbeiten (42 Prozent). Weitere interessante Benefits sind die Fahrtkostenübernahme wie beispielsweise ein Jobticket (30 Prozent) oder die Übernahme des Deutschlandtickets. Fachliche Weiterbildung (27 Prozent) sowie Unterstützung für die psychische Gesundheit, beziehungsweise Resilienz sind zwar kein Mehrheitsanliegen (jeweils 18 Prozent), liefern aber wichtige Anreize. Sport- und Entspannungsangebote, ein eigenes Büro oder die Möglichkeit einer Workation werden ebenfalls von Vielen als attraktiv bewertet, doch bei weitem nicht von allen.
Auch bei der Bewertung von Benefits unterscheiden sich junge Männer und Frauen beträchtlich: Statussymbole wie ein Dienstwagen (Frauen 14 Prozent, Männer 22 Prozent) oder ein eigenes Büro (14 zu 18 Prozent) sind jungen Männern deutlich wichtiger. Junge Frauen legen dagegen mehr Wert auf die Vereinbarkeit des Berufs mit dem Leben in Form von Homeoffice (38 zu 33 Prozent) oder per Workation noch andere Länder zu erkunden (18 zu 14 Prozent).

Info
Die Studie „Jugend in Deutschland“ ist die achte Ausgabe der Trendstudienreihe, diese wurde 2010 gegründet und wird seit 2020 jährlich durchgeführt. Ziel der Studienreihe ist es, die Lebensrealitäten, Sorgen und Zukunftsperspektiven junger Menschen in Deutschland regelmäßig zu erfassen. Basis der repräsentativen Studie ist eine standardisierte Online-Befragung, vom 10. Januar bis zum 26. Februar 2025 nahmen insgesamt 6.034 Personen daran teil, jeweils ein Drittel in den Alterskohorten 14 bis 29 Jahre, 30 bis 49 Jahre und 50 bis 69 Jahre. Geleitet wurde die Studie von Simon Schnetzer in Zusammenarbeit mit Dr. Kilian Hampel (Universität Konstanz) und Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Hertie School, Berlin).
Christina Petrick-Löhr betreut das Magazinressort Forschung & Lehre sowie die Berichterstattung zur Aus- und Weiterbildung. Zudem ist sie verantwortlich für die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft sowie den Deutschen Personalwirtschaftspreis.

