GEO: Der Vier-Phasen-Plan

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Bevor Unternehmen in die Optimierung einsteigen, sollten sie den Status quo kennen. Der schnellste Weg: ChatGPT, Claude oder Perplexity konkrete Fragen zum eigenen Unternehmen stellen. Etwa: „Welche Tech-Unternehmen in München bieten Remote-Arbeit?“ oder „Nenne innovative Arbeitgeber im Maschinenbau mit Weiterbildungsangeboten“. Taucht das eigene Unternehmen in den KI-generierten Antworten auf? Wenn nein: Handlungsbedarf. Wenn ja: Prüfen, ob die Darstellung korrekt und aktuell ist. 

Phase 1: Content-Audit

Im ersten Schritt die bestehenden Inhalte von Karriereseiten und Stellenangeboten systematisch analysieren. Wo stehen allgemeine Phrasen wie „flexible Arbeitszeiten“? Solche Aussagen sollten durch konkrete Angaben ersetzt werden: „Gleitzeit von 7 bis 20 Uhr, Kernzeit 10 bis 15 Uhr“. 

Wichtig ist auch die Struktur: Gibt es klare Überschriften? Sind Absätze kurz und für KI-Modelle scanbar? Fehlen wichtige Informationen wie Details zum Bewerbungsprozess oder zu Standorten?  

Phase 2: Technische Grundlagen

Schema-Markup ist das A und O für GEO. Durch strukturierte Daten können KI-Systeme Stellenangebote und Unternehmensinformationen korrekt interpretieren. Die Implementierung erfolgt über Schema.org-Standards für Jobposting und Organization. 

Gleichzeitig sollten URLs optimiert werden. Statt kryptischer IDs wie „jobs?id=12345“ sind sprechende Pfade besser: „karriere/softwareentwicklung/senior-engineer-muenchen“. Das hilft nicht nur KI-Systemen, sondern auch menschlichen Besuchern. 

Phase 3: FAQ-Bereiche aufbauen 

KI-Systeme bevorzugen strukturierte Frage-Antwort-Formate. Ein FAQ-Bereich sollte die häufigsten Bewerberfragen präzise beantworten. Nicht: „Wir bieten ein angenehmes Arbeitsumfeld“. Sondern: „30 Tage Urlaub, Jobrad-Leasing ab dem ersten Tag, 1.500 Euro Weiterbildungsbudget jährlich, Homeoffice nach Absprache“. 

Phase 4: Monitoring einrichten 

GEO ist kein einmaliges Projekt. Unternehmen sollten monatlich relevante Suchanfragen in verschiedenen KI-Tools testen und prüfen, ob sie genannt werden. Zudem lässt sich in Google Analytics 4 ein separates Tracking für Zugriffe von ChatGPT, Perplexity und anderen KI-Plattformen einrichten. 

Der Zeitaufwand 

Für einen kompletten Durchlauf sollten Unternehmen acht bis zehn Wochen einplanen. Das klingt nach viel Zeit, ist aber überschaubar im Vergleich zum Aufwand klassischer SEO-Maßnahmen. Zudem lassen sich viele Schritte parallel angehen – etwa Content-Optimierung und technische Implementierung. 

Die gute Nachricht: Die Maßnahmen verbessern nicht nur die GEO-Tauglichkeit, sondern auch die allgemeine User Experience. Klare Strukturen, konkrete Informationen und schnelle Ladezeiten kommen allen Besuchern zugute – egal ob Mensch oder Maschine.

Sven Frost betreut das Thema HR-Tech, zu dem unter anderem die Bereiche Digitalisierung, HR-Software, Zeit und Zutritt, SAP und Outsourcing gehören. Zudem schreibt er über Recruiting und Employer Branding. Er verantwortet weiterhin die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft.