Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Online-Jobbörsen sind Spitzenreiter bei Recruiting-Kanälen

Frauenhand auf PC-Tastatur sucht Jobbörsenr
Im Juli wurde fast jedes zweite Stellenangebot hierzulande in einer Online-Jobbörse inseriert.
Foto: © studio v-zwoelf-stock.adobe.com

Der Stellenmarkt hierzulande erholt sich allmählich, so der > BAP. Gegenüber dem am stärksten von Lockdown betroffenen Monat April verzeichnete der Job-Navigator eine Zunahme der Vakanzen um 38 Prozent. Insgesamt schrieben gut 162 000 Unternehmen insgesamt 999 200 Jobs aus. Da im Schnitt für jede Stelle 1,3 Anzeigen veröffentlicht wurden, kamen 1 317 059 Stellenanzeigen zusammen. Für den Job-Navigator werden monatlich die Stellenangebote aus 196 Printmedien, 189 Online-Jobbörsen, mehr als 30 000 Firmenwebsites und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ausgewertet.

Online-Jobbörsen mit Abstand vorn, vor allem im Westen

Der BAP untersuchte auch, ob sich die Corona-Krise auf die Wahl des Recruiting-Kanals auswirkt. Hier zeigt sich, dass fast die Hälfte aller Stellenanzeigen (47,3 Prozent) in Online-Jobbörsen geschaltet wurde. Überdurchschnittlich viele Jobs in Online-Portalen veröffentlichten die Branchen Finanzen/Versicherung (66,2 Prozent), Energie (64,5 Prozent), Verkehr und Logistik sowie das Gastgewerbe (59 Prozent). Je nach Region setzten die Unternehmen unterschiedlich stark auf dieses Rekrutierungsmedium; die Spannbreite reichte von 40 Prozent in den östlichen Bundesländern bis zu 54 Prozent in Hamburg.

BA-Jobbörse zur Personalgewinnung am zweithäufigsten genutzt

An zweiter Stelle der Recruiting-Kanäle stand die Jobbörse der BA: Jedes dritte Stelleninserat (33,5 Prozent) wurde im letzten Monat dort veröffentlicht. Hier lagen die ostdeutschen Länder Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit je 45 Prozent vorn, während Arbeitgeber in Hamburg mit nur 24 Prozent am seltensten auf diese Jobbörse setzten.

Anteil der Jobangebote auf Unternehmens-Websites relativ gering

Auf ihren eigenen Webseiten veröffentlichten die Unternehmen im Juli lediglich 15 Prozent aller Jobinserate. Die meisten dieser Stellen wurden für Dienstleistungstätigkeiten sowie Berufe aus dem Gesundheits- und Sozialwesen angeboten. Der geringste Anteil an Vakanzen auf Firmen-Websites entfiel auf das Gastgewerbe mit 9,2 Prozent.

Printmedien am ehesten für den öffentlichen Sektor attraktiv

In Printmedien haben die Unternehmen im Juli selten ihre Jobangebote platziert: Der Anteil lag bei nur 2,2 Prozent. Im öffentlichen Sektor hingegen waren immerhin 15 Prozent der Stellen in regionalen und überregionalen Zeitungen und Zeitschriften ausgeschrieben. Über dem Durchschnittswert bei Printmedien lagen auch Kindergärten, Schulen und sonstige Bildungsinstitutionen.

Nur zwei Prozent aller Stellenanzeigen in Businessnetzwerken

Auf Business-Netzwerke setzten die Arbeitgeber bei der Personalgewinnung noch etwas weniger: Der Anteil der Stellenanzeigen auf Xing und Linkedin betrug nicht mehr als zwei Prozent. In bestimmten Bereichen lag die Nutzungshäufigkeit dieses Kanals jedoch darüber: In der IT- und Kommunikationsbranche wurde ein Anteil von 5,4 Prozent registriert. Überdurchschnittlich häufig in beruflichen Netzwerken inserierte außerdem die Branche der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Bei der regionalen Verteilung lagen Hamburg (3,7 Prozent) Berlin (3,6 Prozent) und Hessen (drei Prozent) vorn.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.