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Fußball-Nationalspielerin Lina Magull fordert Mindestlohn ab 2. Liga

Während männliche Fußballprofis oft mehrere Millionen Euro im Jahr verdienen, bewegen sich bei den Top-Spielerinnen in Deutschland die Gehälter oft eher im fünfstelligen Bereich, in vielen Mannschaften sogar noch deutlich weniger. Nationalspielerin Lina Magull hat nun in einem Interview mit der Bildzeitung einen Mindestlohn ins Spiel gebracht. „Wir Fußballerinnen sollten ab der 2. Liga so gut verdienen, dass niemand mehr nebenbei arbeiten gehen muss“, sagte sie dem Boulevardblatt. „Da sprechen wir von einem Mindestgehalt von 2.000, 3.000 Euro im Monat.“

Den Vorschlag begründet sie vor allem mit einer nötigen Professionalisierung des Frauenfußballs. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen ist es unter Spielerinnen gang und gäbe, neben der Karriere zumindest eine Ausbildung zu absolvieren oder zu studieren. Denn die sportliche Laufbahn dauert bei den Frauen  nicht länger als bei den Männern, „ausgesorgt“ hat mit Ende Dreißig aber kaum eine Spielerin.

Immer wieder wird auch im Sport- und Fußballbereich über das Thema Equal Pay diskutiert. Während einige Nationalverbände mittlerweile ihren Männer- und Frauennationalteams die gleichen Prämien zahlen, liegt die etwaige EM-Siegprämie beim Deutschen Frauennationalteam mit 60.000 Euro deutlich unter den rund 400.000 Euro, die die Männer im vergangenen Jahr hätten bekommen können. Mehrere deutsche Nationalspielerinnen haben sich allerdings dahingehend geäußert, dass sie die Diskrepanz akzeptieren, die vor allem mit dem unterschiedlichen Zuschauerzuspruch und den entsprechend unterschiedlichen Einnahmen begründet wird. Auch Magull sagt über die Prämienvereinbarung im Interview: „Ich glaube, der DFB hat uns das bestmögliche Angebot gemacht. Wir haben es akzeptiert und sind zufrieden. Jetzt müssen wir schauen, dass wir die Titelprämie auch bekommen.“

In den ersten beiden Männer-Bundesligen gibt es ein Mindestsalär – wobei dies meist vor allem bei jungen Ergänzungsspielern zum Einsatz kommt. Sie müssen in der Bundesliga mindestens 50 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung verdienen, in der zweiten Bundesliga 30 Prozent. Umgerechnet sind das zwischen 2.025 Euro im Monat bei einem ostdeutschen Zweitligisten und 3.525 Euro bei einem westdeutschen Erstligisten.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.