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Mehrheit der Unternehmen zahlt Inflationsprämie

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Die sogenannte Inflationsausgleichsprämie ermöglicht es Arbeitgebern seit dem 26. Oktober 2022, ihren Beschäftigten steuer- und abgabenfrei einen Betrag bis zu 3.000 Euro zu gewähren. Dies legte die Bundesregierung anlässlich der erhöhten Energiepreise gesetzlich fest. Eine Umfrage des ifo Instituts unter 642 Personalleiterinnen und Personalleitern vom vierten Quartal 2023 zeigt, dass fast drei Viertel (72 Prozent) der deutschen Unternehmen die Prämie zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezahlt hatten. Ein Sechstel (16 Prozent) plante, den Inflationsausgleich demnächst auszuzahlen. Zwölf Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihrer Belegschaft diesen Zuschuss nicht zukommen lassen wollen. Bei gut einem Viertel (27 Prozent) derjenigen Unternehmen, die von der Auszahlung der Inflationsausgleichsprämie bereits Gebrauch gemacht haben, erfolgte die Auszahlung als Teil eines Tarifabschlusses. Die Höhe der bereits gezahlten und geplanten Prämie wurde nicht ermittelt.

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass größere Unternehmen eher bereit sind, ihren Mitarbeitenden die Prämie zu gewähren: Während von den kleineren Betrieben 84 Prozent den Zuschuss zahlten oder zahlen wollen, sind es bei Firmen ab 500 Beschäftigten 93 Prozent. Darüber hinaus gibt es Branchenunterschiede: In der Industrie nutzten 93 Prozent die Möglichkeit oder planen dies gegenüber 86 Prozent im Handel und 85 Prozent bei den Dienstleistern.

Prämie soll Motivation der Beschäftigten erhöhen

Gefragt nach den Gründen für die Auszahlung des Zuschusses, sagten fast drei Viertel (71 Prozent) der Befragten, dass sie darin eine zusätzliche Möglichkeit sehen, ihre Mitarbeitenden zu motivieren. Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) will damit von steuerlichen Vorteilen profitieren und knapp die Hälfte (49 Prozent) nannte die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt. Während bei kleinen Betrieben vor allem die Motivation der Belegschaft im Vordergrund stehe, zahlten große Firmen öfter bei einem Tarifabschluss, ergänzt ifo-Expertin Daria Schaller.

Dass die Wettbewerbsfähigkeit bei der Gewährung der Inflationsprämie eine Rolle spielt, unterstreicht auch ein weiteres Befragungsergebnis. Mit 78 Prozent empfindet es die Mehrheit der Personalverantwortlichen als sehr schwierig (42 Prozent) oder schwierig (36 Prozent) geeignete Fachkräfte zu gewinnen. Was Arbeitskräfte im Allgemeinen betrifft, geben 14 Prozent eine sehr schwierige und 30 Prozent eine schwierige Rekrutierungssituation an. Kleinere Betriebe haben mehr Probleme als größere Unternehmen, Personal zu finden.

HR-Verantwortliche bewerten Wirtschaftspolitik der Ampel mit der Schulnote 4,5

Die HR-Verantwortlichen wurden auch darum gebeten, die Wirtschaftspolitik der Ampel in Schulnoten von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) zu bewerten. Mit 31 Prozent vergaben die meisten eine Fünf, mangelhaft. Je rund ein Viertel entschied sich für eine Vier (ausreichend) oder eine Sechs. Nur eines von fünf Unternehmen bescheinigte der Regierung eine Drei (befriedigend), lediglich drei Prozent beurteilen die Wirtschaftspolitik mit einer Zwei (gut) und kein Befragter vergab die Note Eins (sehr gut). Daraus ergibt sich eine Durchschnittsnote von 4,5.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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