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Studie: Inflation lässt Löhne und Gehälter steigen

Nach Angaben der internationalen Unternehmensberatung WTW haben deutsche Unternehmen ihr Gehaltserhöhungsbudgets zwischen Juli und Dezember 2021 von 2,8 Prozent auf 3,1 Prozent erhöht. Daraus werde eine Lohnerhöhung für das nun laufende Jahr resultieren.

Wie WTW in seinem Salary Budget Planning Report mitteilt, sei die Geschwindigkeit der deutschen Arbeitgeber, mit der die erwarteten Gehaltserhöhungsbudgets angepasst wurden, selten. „In bestimmten technologieorientierten Schlüsselbranchen wie Fintech, Medtech sowie Unternehmens- und Technologieberatung sind die Lohnsteigerungen sogar noch höher“, erklärt Carl Walinski, Data Services Leader für Deutschland bei WTW.

Quelle: Salary Budget Planning Report von Willis Towers Watson, Dezember 2021
Quelle: Salary Budget Planning Report von Willis Towers Watson, Dezember 2021

Dennoch liegt Deutschland im internationalen Vergleich der geplanten Gehaltserhöhungen auf den hinteren Plätzen. In Polen planen die Arbeitgeber offenbar mit einem angepassten Gehaltserhöhungsbudget in Höhe von 4,4 Prozent und in Brasilien sind es sogar 6,2 Prozent. Der Spitzenreiter ist Indien mit einem geplanten Gehaltserhöhungsbudget von 9,1 Prozent.

Inflation treibt Löhne

Das hat auch gute Gründe, denn wie WTW in seinem Salary Budget Planning Report schreibt, treiben zwei makroökonomische Entwicklungen die Gehaltskurve nach oben: die steigende Inflation sowie der chronische Fachkräftemangel.

Insbesondere die Geldentwertung habe für eine Korrektur im Gehaltserhöhungsbudget der Unternehmen gesorgt. Da alleine zwischen Juli und Dezember vergangenen Jahres der Inflationswert um 0,6 Prozent auf 2,5 Prozent angestiegen sei, würden in Folge dessen auch die Löhne und Gehälter steigen und das weltweit, so die Autoren und Autorinnen der Studie.

In Deutschland ist dies auch bereits passiert: So betrugen die tatsächlichen Gehaltserhöhungen deutscher Unternehmen im Jahr 2021 durchschnittlich 2,5 Prozent. Im Jahr davor waren es nur knapp über 2 Prozent.

„War for talents“ heizt Lohnsteigerung an

Die andere Entwicklung ist keine Unbekannte: Wie im Salary Budget Planning Report nachzulesen ist, führe auch der Arbeitskräftemangel zu einem Lohndruck seitens der Arbeitgeber. „Der Wachstumsschub in manchen Branchen heizt den sogenannten ‚war for talents‘ weiter an – Unternehmen konkurrieren stärker darum, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten“, beschreibt Florian Frank, Leiter Talent & Rewards bei WTW Deutschland die Situation.

Laut einer WTW-Befragung von 502 Unternehmen in Deutschland wollen 40 Prozent der Arbeitgeber in Deutschland die Zahl ihrer Mitarbeitenden erhöhen. Allerdings müssen Personalabteilungen dabei den Anstieg freiwilliger Kündigungen kompensieren, welcher im zweiten Halbjahr 2021 7,6 Prozent betrug.

Inflation und Fachkräftemangel auch weltweit

Dass Unternehmen um Fachkräfte buhlen und der Wettbewerb um Talente nicht nur in Deutschland immer schärfer wird, zeigt auch eine Statistik des Salary Budget Planning Report: Demnach geben 63 Prozent der von WTW befragten Unternehmen an, der Arbeitsmarkt 2022 sei noch kritischer als zuvor schon.

Auch die Inflation ist durchaus kein Problem, das an den Ländergrenzen stoppt. So erwarten die Autoren der Studie eine weltweite Inflation von 6,1 Prozent, während Löhne und Gehälter im Jahr 2022 voraussichtlich um 5,1 Prozent steigen werden.

Jan Schuermann ist Redakteur bei FINANCE und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gehalt in der Corporate-Finance-Welt. Bevor Jan Schuermann zum Fachverlag F.A.Z Business Media gestoßen ist, war er für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters im polnischen Danzig tätig. Im Frühjahr 2022 arbeitet er zeitweise für die Personalwirtschaft.

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