Exklusive Umfrage: Wie wichtig ist die Frage nach dem Du? 

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Über die Frage, ob in Stellenanzeigen und im Joballtag geduzt oder gesiezt werden soll, kann man lange diskutieren. Doch ist es unbedingt nötig, sich so viele Gedanken darüber zu machen? Eine aktuelle Studie, die vom Marktforschungsinstitut QuestionPro exklusiv für die Personalwirtschaft durchgeführt wurde, zeigt jedenfalls: Beileibe nicht Jedem und Jeder ist die Frage wichtig.

Die Hälfte findet die Frage unwichtig

Bei der Umfrage, für die rund 1.000 volljährige Menschen in Deutschland befragt wurden, antworteten 49 Prozent, dass es Ihnen unwichtig ist, ob in einer Stellenanzeige geduzt wird. Fast genauso viele (47 Prozent) bezeichneten dies allerdings als wichtig. Bei der Frage danach, wie wichtig es ihnen im Job selbst ist, ob geduzt oder gesiezt wird, sagten zwar eine leichte Mehrheit (53 Prozent) der Befragten, es sei wichtig. Aber auch hier antworteten 42 Prozent mit „unwichtig“. 

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Wie wichtig die Frage einem ist, hat auch damit zu tun, welche Ansprache man selbst präferiert. So ist in beiden Fällen der Anteil derer, die die Frage für wichtig halten, besonders groß unter den „Siez-Freunden“. Während 66 Prozent derer, die in einer Stellenanzeige gesiezt werden wollen, darauf auch wirklich Wert legen, ist der Anteil derer, denen dies wichtig ist, mit 44 Prozent unter den Duz-Befürwortern deutlich kleiner. Bei jenen, die im Arbeitsalltag gerne alle Kolleginnen und Kollegen siezen würden, ist es 66 Prozent wichtig, dass dies im Job passiert. Bei denen, die lieber alle duzen würden, sind es immerhin noch 54 Prozent. 

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Insgesamt zeigt die Umfrage, wie andere davor, dass es bei der Frage nach dem „Du oder Sie“ keine Antwort gibt, die für alle richtig oder falsch ist. So sagen 28 Prozent der Befragten ganz allgemein, dass sie Stellenanzeigen in Du-Form befürworten. 38 Prozent haben die Sie-Form lieber, 27 Prozent sagen, es komme auf den Fall an. 

Wie sieht es mit duzen im Arbeitsalltag aus?

Im Arbeitsalltag selbst hingegen spielt das „Sie“ offenbar eine untergeordnete Rolle. 35 Prozent der Befragten geben an, alle Kolleginnen und Kollegen zu duzen, nur 10 Prozent siezen alle. Bei den eigenen Vorlieben geben sogar 43 Prozent an, sie würden am liebsten alle Kolleginnen und Kollegen duzen, lediglich 7 Prozent präferieren das Siezen in der gesamten Belegschaft. 

Die häufigste Antwort in beiden Fällen ist allerdings: einige duzen, einige siezen. Bei 48 Prozent ist dies gelebte Praxis, bei 43 Prozent die eigene Präferenz. 

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Interessanterweise schneidet die Antwort „Ich würde gerne einige Kolleginnen und Kollegen duzen, andere siezen“ in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen mit 36 Prozent sehr unterdurchschnittlich ab; die Befürworter des „Siezens“ hingegen machen mit 13 Prozent eine so große Gruppe aus wie in keiner anderen Kohorte. Eine mögliche Deutung: Die jungen Leute möchten lieber eine klare Regelung, als sich bei jedem einzelnen Kollegen und jeder einzelnen Kollegin zu fragen, ob sie sie duzen sollen oder siezen. 

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Info

Matthias Schmidt-Stein war bis Oktober 2025 Redaktionsleiter Online der Personalwirtschaft und leitete gemeinsam mit Catrin Behlau die HR-Redaktionen bei F.A.Z. Business Media. Thematisch beschäftigte er sich insbesondere mit den Themen Recruiting und Employer Branding.