Vielfalt in der Tech-Branche: Warum Diversität wichtig ist

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In der Welt der Technologie wird oft über die Bedeutung von Vielfalt und Inklusion gesprochen. Trotzdem ist die ethnische Diversität in der deutschen Start-up-Szene im Tech-Bereich nach wie vor alarmierend gering. Viele Gründerteams, oft dominiert von Personen mit Namen wie Maximilian, Jan und Christian, spiegeln eine homogene Kultur wider. Das kann schädlich für eine erfolgreiche Etablierung sein.

Laut einer Studie von McKinsey & Company haben Unternehmen, die auf ethnische und kulturelle Vielfalt setzen, jedoch eine um 33 Prozent höhere Chance, überdurchschnittliche finanzielle Erträge zu erzielen. Es ist deshalb unerlässlich, die Talente und Perspektiven von Menschen mit Migrationshintergrund stärker zu berücksichtigen. Das gelingt allerdings nicht nur der deutschen Tech-Szene mehr schlecht als recht. In den USA machen Menschen mit Migrationshintergrund etwa 17 Prozent der Arbeitskräfte aus, eine Zahl, die laut Pew Research Center weiter ansteigen wird. Trotzdem beschäftigen laut dem Center for Talent Innovation nur 22 Prozent der US-Tech-Unternehmen eine nennenswerte Anzahl von Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund. Diese Diskrepanz zeigt deutlich, wie viel Potenzial der Branche entgeht.

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Wirtschaftliche Vorteile durch ethnische Vielfalt

Eine Studie der Boston Consulting Group zeigt, dass Unternehmen mit vielfältigen Führungsteams 19 Prozent mehr Umsatz generieren als ihre Wettbewerber. Das National Bureau of Economic Research bestätigt, dass bereits eine Zunahme von ethnisch diversen Mitarbeitenden um 1 Prozent zu einem Umsatzwachstum aus neuen Produkten in fast der gleichen Höhe führt.

Doch nicht nur der wirtschaftliche Erfolg spricht für mehr Diversität in der Tech-Branche. Vielmehr geht es für sie auch aus ethischen und moralischen Gründen darum, Produkte zu kreieren, die Diskriminierung verhindern. Und das gelingt eben auch besser, wenn diese Produkte von Menschen entwickelt werden, die verschiedenste Hintergründe haben. Moderne HR-Tech-Lösungen könnten entscheidend dazu beitragen, der Diskriminierung entgegenzuwirken und eine inklusive Arbeitskultur zu fördern. Innovative Technologien wie KI-basierte Rekrutierungstools, die auf Bias-Minimierung ausgelegt sind, können helfen, vielfältigere Talente anzuziehen und einzustellen. Plattformen, die anonymisierte Bewerbungsprozesse unterstützen, sowie fortgeschrittene Analysen zur Überwachung der Diversität und Inklusion in Unternehmen, sind weitere Schlüsselelemente, welche die Branche mitentwickeln und gleichzeitig nutzen sollte. 

Wir bei allygatr sind beispielsweise in Board Owl investiert. Eine Plattform, die es NGOs und auch kleineren Unternehmen ermöglicht, für ihre Board-Positionen die passenden Talente zu finden. Gleichzeitig hilft Board Owl, Personen, sich auf solche Positionen hinzuentwickeln und durch gezielte Coachings und Mentoring-Sessions vorzubereiten. Hoffentlich werden somit künftig auch Namen wie Melek, Alisha und Ömer immer häufiger unter den Führungskräften und Gründern sowie Gründerinnen in der Tech-Szene vorkommen.

Ein Appell für Veränderung

Es ist höchste Zeit, dass die Tech-Branche nicht nur über Diversität spricht, sondern sie auch aktiv fördert. Indem wir die Fähigkeiten und Perspektiven von Menschen mit Migrationshintergrund in den Vordergrund stellen, können wir eine dynamischere, innovativere und integrative Arbeitswelt schaffen.

Wollen wir damit in der HR-Tech-Branche anfangen? 

Alles zum Thema

In seiner Kolumne „Ben’s People Perspective“ schreibt Benjamin Visser, der CEO und Founder von allygatr, über HR Tech und die Arbeitswelt. Allygatr ist ein Venture Capitalist, der mehr als ein Dutzend HR-Start-ups aufbaut. Dabei teilt Visser seine einzigartige Sicht auf alles, was Unternehmen und ihre Mitarbeitenden verbindet.