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Kommunikation steigert die Zufriedenheit mit der Führungskraft

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Allen Unkenrufen zum Trotz sind die meisten Beschäftigten mit ihren Führungskräften zufrieden. Weibliche Vorgesetzte schneiden dabei etwas besser ab als männliche. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Bilendi im Auftrag der HR-Beratung Königsteiner Gruppe, an der im Januar dieses Jahres 1.023 Beschäftigte in Deutschland teilgenommen haben.

Mehrheit ist zufrieden mit der Führungskraft

Knapp ein Drittel der Befragten (31 Prozent) gibt demnach an, sehr zufrieden mit dem oder der derzeitigen Vorgesetzten zu sein, 38 Prozent bezeichnen sich als eher zufrieden. Von den jungen Beschäftigten zwischen 18 und 29 Jahren sind nur ein Viertel (25 Prozent) sehr zufrieden. Das ist der niedrigste Anteil aller Altersgruppen. Altersübergreifend ist der Zufriedenheitsgrad am höchsten, wenn der Vorgesetzte eine Frau ist: In diesem Fall äußern 39 Prozent der Befragten, sehr zufrieden mit der Führungsarbeit zu sein. Allerdings hat nur etwas mehr als ein Drittel der Beschäftigten eine weibliche Führungskraft.

Mangelnde Kommunikation macht unzufrieden

Immerhin rund sechs von zehn Befragten (59 Prozent) haben das Gefühl, dass ihre Vorgesetzten hinter ihnen stehen und etwa die Hälfte pflegt ein überwiegend oder absolut freundschaftliches Verhältnis zu ihrer Führungskraft. Demgegenüber steht ein Drittel der Befragten (32 Prozent) mit einem explizit distanzierten Verhältnis zum Vorgesetzten. Etwas mehr als zwei von drei Arbeitnehmenden (68 Prozent) bescheinigen ihrer Führungskraft, Verständnis für persönliche Bedürfnisse und Umstände zu zeigen. Ebenso viele können mit ihren Vorgesetzten auch über persönliche Anliegen und berufliche Verbesserungsvorschläge sprechen.

Die unzufriedenen Beschäftigen nennen vor allem drei Gründe dafür: mangelnde Kommunikation (45 Prozent), mangelnde Anerkennung und Wertschätzung (43 Prozent) und die persönliche Gehaltsentwicklung (31 Prozent). Es folgen die ungerechte Behandlung verschiedener Teammitglieder und schlechtes Konfliktmanagement.

Chefinnen kommunizieren besser

Die Kommunikation ist also ein entscheidender Aspekt, wenn es um die Zufriedenheit mit Vorgesetzten geht. Gefragt danach, was den Kommunikationsstil einer guten Führungskraft ausmacht, antworten zwei Drittel (66 Prozent) der Beschäftigten, er solle direkt und klar sein. Rund jeder zweite Befragte (52 Prozent) wünscht sich eine einfühlsame und unterstützende Kommunikation. Außerdem nennen jeweils 49 Prozent als Qualitätsmerkmale einen einbeziehenden Führungsstil sowie eine Informative und transparente Kommunikation.

Was die Umsetzung der beiden Kommunikationsanforderungen betrifft, die die Befragten als am wichtigsten empfinden, schneiden weibliche Führungskräfte im Schnitt besser ab als männliche. Während 65 Prozent der Befragten mit einer Frau als Vorgesetztem eine klare und direkte Kommunikation attestieren, liegt der Anteil bei männlichen Vorgesetzten nur bei 54 Prozent. Und auch einen unterstützenden einfühlsamen Führungsstil sehen die Befragten bei Frauen (59 Prozent) häufiger als bei Männern (50 Prozent).

Gute Führung wirkt sich laut der Umfrage auch auf die Arbeitnehmerloyalität aus. Das zeigt sich daran, dass bereits 38 Prozent der deutschen Beschäftigten schon einmal das Unternehmen gewechselt haben, wenn es mit der Führungskraft fachlich oder menschlich nicht stimmte. Und für 61 Prozent der Befragten wäre dies ein möglicher Kündigungsgrund.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.