Mehr als jeder und jede Zweite kann sich vorstellen, für den nächsten Job die Branche zu wechseln. Das geht aus dem aktuellen Fachkräftereport von Hokify hervor. Dafür befragte die mobile Job-Plattform 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bei dem 57 Prozent der Befragten entsprechendes angaben. Wer bereits die Branche gewechselt hat, steht demnach einem weiteren Wechsel offener gegenüber als andere Arbeitnehmende.
Besonders betroffen sind laut der Umfrage Handel, Bauwesen, Transport & Logistik sowie die Gastronomie. Bereiche also, die häufig von geringer Bezahlung und harten Arbeitsbedingen gekennzeichnet sind.
Daher ist es auch wenig überraschend, das das Gehalt bei der Jobsuche für Wechselwillige der wichtigste Grund für einen Wechsel ist: Rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten gibt dies an. Das zweitwichtigste Motiv ist ein sicherer Arbeitsplatz, auf Platz drei der Gründe stehen flexiblere Arbeitszeiten. Eine bessere Work Life Balance, bessere Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten, bessere Arbeitsbedingungen und spannendere Tätigkeiten rangieren erst dahinter. In finanziell schwierigen Zeiten haben Geld und Sicherheit offenbar einen höheren Stellenwert.
Ausbildung als Lösung?
Eine Möglichkeit für Unternehmen, sich die Fachkräfte von morgen zu sichern, sind Auszubildende. Die Zahl der ausgeschriebenen Ausbildungsstellen ist von Oktober 2022 bis September 2023 allerdings nur um 0,1 Prozent gestiegen. Knapp 14 Prozent der Plätze blieben unbesetzt. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist in der Corona-Zeit zurückgegangen und liegt auch heute noch um sechs Prozent niedriger als 2019. Junge Menschen entscheiden sich immer häufiger für ein Studium als eine Lehre, weil sie sich dadurch bessere berufliche Chancen und höhere Gehälter versprechen.
Von den Ausbildungsabsolventinnen und Absolventen auf der hokify-Plattform bewerten jedoch immerhin rund zwei Drittel ihre Ausbildung als sehr gut (46 Prozent) und als gut (19 Prozent). 58 Prozent sagten, es sei im Anschluss leicht oder sehr leicht gewesen, eine Stelle zu finden, lediglich acht Prozent berichten von Schwierigkeiten. Zum Vergleich: Von den befragten Hochschulabsolventen gaben 18 Prozent Probleme bei der Jobsuche an.
Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

