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Gehaltsreports 2026: Wer verdient was?

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53.900 Euro – das ist das Bruttomediangehalt in Deutschland. Branche, Erfahrung, Position, Unternehmensgröße und Region entscheiden über die Höhe des Einkommens – und immer noch das Geschlecht. Das zeigen die aktuellen Gehaltsreports von Stepstone und Kununu, die die Gehälter für das Jahr 2025 ermittelt haben.

Mit dem Nahen der EU-Entgelttransparenzrichtlinie rückt das Thema Gehalt im neuen Jahr mehr denn je in den Mittelpunkt. Nicht nur für die einzelnen Beschäftigten ist es interessant zu wissen, wo das eigene Einkommen einzuordnen ist. Auch für HR ist ein Überblick über die Einkommenslandschaft relevant, um die Gehaltsstrukturen im Unternehmen mit der Marktsituation abgleichen und gegebenenfalls anpassen zu können. 

Passend dazu haben gerade sowohl Stepstone wie auch die Bewertungsplattform Kununu (Eigenschreibweise kununu) ihre Gehaltsreports 2026 veröffentlicht. Wir haben beide Reports näher angeschaut. Um es kurz zu machen: Beide Untersuchungen zeichnen im Wesentlichen ein sehr ähnliches Bild von der Gehaltssituation in Deutschland. Die wichtigsten Punkte: Gehälter stiegen moderat an und im Westen und Süden Deutschlands liegt der Verdienst über denen in Ostdeutschland. 

Unterschiedliche Schwerpunkte  

Schauen wir zunächst auf die Grundlagen: Beide Reports basieren auf sehr großen Datenmengen. Der Kununu-Report verwendet 1,13 Millionen Datensätze, sie fußen auf plattformbasierten Selbstauskünften. Die Qualitätssicherung erfolgte durch Plausibilitätsprüfungen. 

Stepstone legt eine noch etwas größere Stichprobe zugrunde, es sind 1,33 Millionen Datensätze aus dem Stepstone-Gehaltsplaner. Zusätzlich erfolgten Prüfungen durch Vergütungsberater. Die Erhebung ist repräsentativ für die Erwerbsbevölkerung auf Bundes- und Landesebene nach den Kriterien Alter, Geschlecht, Hochschulabschluss und Wirtschaftssektor. 

Durchschnittsgehalt versus Median 

Im Detail gibt es aber einige Unterschiede. So liegt laut Kununu das Durchschnittsgehalt in Deutschland bei 51.272 Euro brutto, ein Plus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Stepstone hingegen gibt das Bruttomediangehalt mit 53.900 Euro an, ohne einen konkreten Wachstumswert zu benennen. Der Unterschied hängt mit der verwendeten Methode zusammen. Kununu gibt den Durchschnittswert an, für diesen werden alle Werte summiert und danach durch die Anzahl der Datensätze geteilt. Der Medianwert hingegen, den Stepstone verwendet, ist der Wert, der genau in der Mitte aller Werte liegt. Das heißt, es gibt exakt gleich viele Gehälter, die niedriger und die höher sind als das Mediangehalt. 

Gender Pay Gap 

Die Einkommen von Männern und Frauen klaffen auch aktuell noch auseinander. Laut Stepstone liegt der unbereinigte Gender Pay Gap bei 9,7 Prozent. Demnach erzielen Frauen ein Bruttomediangehalt von 50.500 Euro, Männer von 55.900 Euro. Unter Berücksichtigung struktureller Unterschiede wie Beruf, Teilzeitquote etcetera liegt der bereinigte Gender Pay Gap bei 4,8 Prozent.

Es ist darauf hinzuweisen, dass sowohl der unbereinigte als auch der bereinigte Gender Pay Gap laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes höher liegt. Laut dieser Quelle liegt er unverändert bei 16 Prozent (unbereinigt). Der bereinigte Gender Pay Gap liegt ebenfalls unverändert bei 6 Prozent.

Kununu schlüsselt die Werte zu den geschlechtsbezogenen Gehaltsunterschieden detailliert auf. Demnach verdienen Frauen im Durchschnitt 47.028 Euro, Männer 53.856 Euro. In Positionen mit Personalverantwortung fällt der Unterschied besonders groß aus: Frauen mit Personalverantwortung erzielen 53.793 Euro, Männer hingegen im Schnitt 72.800 Euro. 

Treiber für Gehaltsunterschiede 

Neben der Personalverantwortung identifizieren beide Reports weitere Faktoren für Einkommensunterschiede – dies sind Berufserfahrung, Unternehmensgröße und Bildungsniveau beziehungsweise die Qualifikation der Beschäftigten. Laut Stepstone erzielen Beschäftigte mit Hochschulabschluss ein Mediangehalt von 68.250 Euro; Personen ohne akademischen Abschluss liegen bei 51.200 Euro. Berufseinsteigerinnen und -einsteiger mit unter einem Jahr Erfahrung liegen bei 46.250 Euro, während Beschäftigte mit mehr als sechs Jahren Erfahrung 55.500 Euro erzielen, mit mehr als 25 Jahren sogar 60.000 Euro im Median.

Banken, Luftfahrt und Versicherungen zahlen am meisten 

Spannend sind die unterschiedlichen Detaileinblicke beider Studien. So knöpft sich Stepstone insgesamt 27 Berufsgruppen vor. Die Erkenntnis, dass sich die Gehälter je nach Branche deutlich unterscheiden, ist wenig überraschend.

Spitzenbranchen mit den höchsten Medianwerten sind Banken mit 70.250 Euro, die Luft- und Raumfahrt mit 68.000 Euro, Versicherungen mit 66.500 Euro, die Pharmaindustrie mit 66.250 Euro und Wissenschaft und Forschung mit 66.250 Euro.

Am unteren Ende des Spektrums befinden sich unter anderem Beschäftigte in Hotel, Gastronomie und Catering mit 45.500 Euro, Arbeitnehmer in Land-, Forst- und Fischwirtschaft und Gartenbau mit 47.250 Euro, Berufstätige in Freizeit, Touristik, Kultur und Sport mit 49.750 Euro, Handwerkerinnen und Handwerker mit 49.750 Euro und schließlich Beschäftigte im Bereich Transport und Logistik mit 50.000 Euro. 

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Neben der Branche wirkt sich auch die Unternehmensgröße auf das Gehalt aus. Nach der Stepstone-Auswertung liegt der Median-Verdienst von Beschäftigten in kleineren Betrieben bis 50 Mitarbeitenden bei 48.800 Euro. In Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten beträgt der Wert 63.000 Euro. Mittelständler zahlen 54.100 Euro (bei 51–500 Beschäftigten) und Unternehmen mit bis zu 5.000 Beschäftigten den Angaben zufolge 59.750 Euro. 

Erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West 

Neben der Betriebsgröße ist auch die geografische Zuordnung höchst gehaltsrelevant. Laut Stepstone liegen viele west- und süddeutsche Bundesländer über dem Bundesmedian, während ostdeutsche Länder tendenziell niedrigere Medianwerte aufweisen. In den westdeutschen Bundesländern liegt das Bruttomediangehalt bei 56.250 Euro, in den ostdeutschen Bundesländern (ohne Berlin) bei 48.750 Euro.  

Diese Ungleichheit zeigt sich auch in den Großstädten: In München liegt das Bruttomediangehalt bei 64.750 Euro, in Frankfurt am Main bei 64.000 Euro und in Hamburg bei 60.000 Euro. In Dresden dagegen liegt das Medianeinkommen bei 51.000 Euro, in Leipzig bei 51.250 Euro oder Chemnitz bei 48.500 Euro.

Zufriedenheit beginnt bei 70.000 Euro  

Kununu hat in seinem Report zudem die Zufriedenheit der Beschäftigten mit ihrem Einkommen aufgeschlüsselt. Wenig überraschend: Die Zufriedenheit steigt mit dem Einkommen. So sind mit einem Einkommen ab 70.000 Euro drei Viertel der Beschäftigten zufrieden, bei mehr als 100.000 Euro sind es 83 Prozent. Lediglich 35 Prozent dagegen sind zufrieden, wenn ihr Einkommen unter 25.000 Euro liegt. 

Info

Christina Petrick-Löhr betreut das Magazinressort Forschung & Lehre sowie die Berichterstattung zur Aus- und Weiterbildung. Zudem ist sie verantwortlich für die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft sowie den Deutschen Personalwirtschaftspreis.