Die Copetri Convention (CoCon) 2025 ist abgesagt. Grund dafür ist die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre – von einer weltweiten Pandemie über geopolitische Krisen, einer hohen Inflation bis hin zur Zurückhaltung bei Investitionen – hätten es extrem erschwert, ein neu gegründetes Unternehmen langfristig zu betreiben, heißt es in einer Mitteilung. 2022 hatte die CoCon das erste Mal stattgefunden, in der Veranstaltungslocation Fredenhagen in Offenbach. Im Juni 2025 sollte die Convention erstmals in der Halle 45 in Mainz stattfinden.
Copetri ist ein Akronym aus Community, People, Transformation und Innovation. Eine Namensgebung, die das Konzept der Macher widerspiegelt, denn man wollte Menschen aus unterschiedlichen Unternehmensfeldern zusammenbringen. Die Community richtet sich an Unternehmen, HR-Professionals, Innovationsmanager und Führungskräfte, die sich mit der Zukunftsfähigkeit ihrer Organisationen beschäftigen wollten.
Nicht nur thematisch, sondern auch bei der Aufmachung des Events wollte man mit der CoCon verschiedene Elemente vereinen: „Ein Mix aus Community, Expo und Conference für einen Austausch auf Augenhöhe zwischen Besuchern, Ausstellern und Speakern, unabhängig von Alter, Hierarchie oder Funktion“, versprach Mitgründer und GmbH-Geschäftsführer Ralf Hocke vor drei Jahren im Personalwirtschaft-Interview zum Start des Projekts. Für viele kam das neue Event genau zur richtigen Zeit, hatte man die härteste Phase der Corona-Pandemie doch endlich hinter sich gelassen. Mit diesem Konzept kamen im vergangenen Jahr etwa 3.200 Besucher und Besucherinnen zusammen – 2023 waren es noch 4.000.
Unklar, wie es mit Copetri weitergeht
„Die Entscheidung, den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen, gehört zu den schwersten in unserem unternehmerischen Wirken. Wir haben bis zuletzt für Copetri gekämpft – für die Idee, für das, was wir gemeinsam aufgebaut haben. Was bleibt sind starke Impulse, eine lebendige Community und die Überzeugung, dass Zukunftsfähigkeit als Aufgabe aktueller ist denn je“, wird Hocke in der Mitteilung zur Insolvenz zitiert. Wie es nun weitergeht, steht noch aus. Rechtsanwalt Alexander Jacobi wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Laut Website arbeiten neben Ralf Hocke weitere zehn Menschen für die Copetri GmbH.
Die Personalwirtschaft war von Anfang als Partner mit dabei: Darüber, wie HR in Scale-ups funktioniert und mit dem Unternehmen wächst, sprach bei der ersten CoCon 2022 unser Herausgeber Erwin Stickling mit Natali Bily, Head of HR and Legal bei Creditshelf, und Isabelle Schourdom, Head of HR bei Wingcopter. 2023 sprach Jennifer Weihs, Head of Corporate Human Resources bei der Fresenius Group, im Personalwirtschaft-Slot darüber, wie eine faire Frauenförderung bei Fresenius gestaltet wird. Und auch im vergangenen Jahr waren wir vor Ort und berichteten.
Auf Linkedin wird die Nachricht zur Insolvenz von vielen aus der HR-Szene kommentiert und Erinnerungen geteilt.
Gesine Wagner betreut als Chefin vom Dienst Online die digitalen Kanäle der Personalwirtschaft und ist als Redakteurin hauptverantwortlich für die Themen Arbeitsrecht, Politik und Regulatorik. Sie ist weiterhin Ansprechpartnerin für alles, was mit HR-Start-ups zu tun hat. Zudem verantwortet sie das CHRO Panel.

