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Zenjob sammelt 45 Millionen Euro ein

Freude in Berlin-Moabit: Das Start-up Zenjob konnte in seiner jüngsten Finanzierungsrunde 45 Millionen Euro einsammeln. Es war bereits das vierte Mal, dass das Online-Stellenportal Geldgeber überzeugte. Damit hat Zenjob seit Gründung im Jahr 2015 bereits 107 Millionen Euro erhalten.

Zenjob-Gründer wollen nach Großbritannien

Der amerikanische Finanzinvestor Aragon Global aus Chicago, Illinois hat die aktuelle Finanzierungsrunde angeführt. Auch haben sich erneut Acton Capital, Atlantic Labs, Forestay und AXA Venture Partners finanziell beteiligt.

„Unternehmen sind zunehmend mit einem Mangel an qualifizierten Mitarbeitern konfrontiert. Da die Menschen gleichzeitig zunehmend mehr Flexibilität bei ihren Jobs erwarten, wird die Entwicklung hin zum „On-Demand“-Arbeitsmarkt eines der Hauptmerkmale dessen sein, was wir mit Arbeit 4.0 meinen“, erklärt Anne Dias, Gründerin und CEO von Aragon, die die Investition in Zenjob tätigte.

Wie das Unternehmen mitteilte, soll das neue Kapital insbesondere die weitere Expansion innerhalb Europas ermöglichen. Als nächstes Zielland wurde bereits Großbritannien definiert. Noch in diesem Jahr ist der Markteintritt im Vereinigten Königreich geplant.

Kapital für Technologie und Mitarbeiterwachstum

Bisher ist Zenjob in Deutschland und den Niederlanden aktiv und will mit den neuen finanziellen Mittel auch seine Präsenz dort verstärken. Des Weiteren will das Unternehmen das Geld sowohl in den Ausbau der Technologieplattform und in neue daten-getriebene Automatisierungsmöglichkeiten investieren als auch neue Kolleginnen und Kollegen für die Entwicklung des Matching-Algorithmus rekrutieren.

Zenjob ist ein App-Entwickler und Online-Stellenmarkt für temporäre Nebenjobs. Die digitale Plattform wirbt damit, seine Nutzer mit Minijobs aus Branchen wie E-Commerce, Logistik, Einzelhandel und Dienstleistungen zusammenzubringen und 50 Prozent des Gehalts maximal 72 Stunden nach dem erledigten Job auf das Konto des Nebenjobbers zu überweisen. Dabei spricht das Unternehmen insbesondere Arbeitnehmende auf Stundenbasis an, die wiederum entscheiden können, wann und wie viel sie arbeiten wollen. Einzelne, erneute Bewerbungen seien dafür nicht notwendig.

Nach eigenen Angaben nutzen im Monat etwa 2.500 Unternehmen sowie etwa 40.000 Arbeitssuchende den Online-Stellenmarkt. Insgesamt will Zenjobs bereits über eine Million Jobs vermittelt haben. Das Start-up beschäftigt derzeit etwa 300 Mitarbeitende und wurde von Fritz Trott, Cihan Aksakal und Frederik Fahning gegründet.

Jan Schuermann ist Redakteur bei FINANCE und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gehalt in der Corporate-Finance-Welt. Bevor Jan Schuermann zum Fachverlag F.A.Z Business Media gestoßen ist, war er für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters im polnischen Danzig tätig. Im Frühjahr 2022 arbeitet er zeitweise für die Personalwirtschaft.